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Sammlung von ausgefallenen Motorrädern des Museums inklusive des Einradmotorrades

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Indian Stuntmotorrad für Steilwandfahrten mit Besucherin auf Testfahrt – wow…

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Chris Williams und sein Mechaniker im Gespräch über die Vor- und Nach­teile von Mavis

Sein Hauptkonkurrent: der Brite „Mavis“. Er wird von einem 42-Liter Packard 4M-2500-V12-Bootsmotor angetrieben, der aus einem Torpedo-Schnellboot des Zweiten Weltkriegs stammt. Besitzer und Schöpfer ist Chris Williams, der mit feiner schwarzer Melone, in einen weißen, ölverschmierten Kittel gekleidet und samt persönlichem Mechaniker Duncan Round anreist. Williams, Mitglied des hochnoblen „Benjafields Racing Club“ und Fahrer diverser anderer Vorkriegskanonen, antwortet auf die Frage, was der Motor leistet, sehr britisch: „Ausreichend“. Man brazzelt aber unter Kennern rund 1.500 PS.

Der Motor des Mavis wird getragen von einem 1930 Bentley 8-Liter-Chassis, das Williams natürlich modifiziert hat. Das Monster verbraucht 20 Liter – pro Minute. Selbst mit seinen drei Benzintanks (der größte fasst stolze 250 Liter) ist die Reichweite sehr begrenzt. Top-Speed ist 180 km/h, aus zwei Dutzend Auspuffrohren brüllen verbrannte und unverbrannte Kraftstoffreste heraus und speien Feuer wie eine Rotte Drachen. Dass Williams so etwas bei einem Plausch mit seinem Mechaniker mal kurz vergisst und deswegen die Strecken sichernden Strohballen ansteckt, muss man dem Mann dafür auch mal verzeihen.

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Doch Mavis und Brutus sind noch zu toppen. Einer der Alphatier-Brazzler ist der Dragster „Showdown“, dessen Name Programm ist. Dessen Flamme ist nicht nur optisch gigantisch, 8.000 benutzbare PS sind auch eine technische Meisterleistung.

Wer sich bei dessen Auftritt ein paar Ohrstöpsel platziert, muss nicht mal mit mitleidigen Blicken rechnen.

Es geht aber auch ein paar Nummern kleiner, ohne langweilig zu werden. Zum Beispiel die Zweiräder: Da zuckelt die „Schnapsglas-Gruppe 50 ccm“ über den Rundkurs, es gibt ein NSU-Quickly-Rennen, eine Show des Einrad-Motorrades, die Gruppen der Indian, Böhmerland, Kreidler und wie sie alle heißen. Sogar ein Fallschirmspringermotorrad ist vertreten. Die „Streetfighter“ pulverisieren in beißendem Qualm ihre Reifen bis zur Felge und auch die Harley-Davidson-Stuntshow macht keine halben Sachen.

Es gibt tatsächlich auch ein „freies Brazzeln“: Jeder Besucher kann auf dem Rundkurs auftreten – um etwas auszuprobieren oder um sich zu präsentieren. Wie der „AMC Jeep Club Dinosaurus“ aus Hanau – der aber sinnvollerweise die speziell für die Geländewagen präparierte Hügellandschaft nutzt.

Eine Chance auf den Preis des schönsten Brazzlers haben sie allerdings nicht – den heimsen andere ein. Doch King of Brazzeltag ist zweifellos derjenige, der den begehrtesten Preis einsackt: den Preis für den lautesten Brazzler…

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Noch einmal Mavis: Das Vehikel ist der Hammer. Oder der Brazzel…

Fotos und Text: N. Meiringer

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