Kilometer als Lustgewinn

Der technische Perfektionismus aus dem Job setzt sich bei Tilmann bis in die Youngtimerwelt fort: Jeder Knopf muss funktionieren, kein defektes Cockpitlämpchen wird geduldet. Patina hingegen akzeptiert er: Sie gehört selbstverständlich dazu, jeder zusätzliche Kilometer auf dem Tacho ist auch Lustgewinn.
Mit dieser Grundeinstellung macht Autofahren gehörig Spaß, deshalb geht der Weg von der Schanze nach Hamburg-Altona für Tilmann und Keller auch schon mal quer durch den Freihafen. An der Ampel glotzen die Leute rüber, aber das geht ok: „Motivation ist natürlich der Wunsch, sich irgendwie abzugrenzen. Mit einem Oldtimer oder Youngtimer zeige ich: Ich habe Nerven. Ich weiß, dass ich theoretisch jederzeit stehen bleiben kann. Gefahren werden unsere beiden Klassiker von uns regelmäßig. Sie funktionieren im Alltag ohne Einschränkungen, notfalls bei jedem Wetter,“ berichtet Tilmann.
„Ich kann das Auto lieben, auch wenn es hier und da eine Rostblase hat oder geschweißt ist. Ich gucke das Auto an und das Auto guckt mich an und dann bin ich verliebt.“ Das bewusste Autoleben und -erleben hat es den beiden Hamburgern angetan. Keller fast die Schlüsselreize seines bajuwarischen Sixpacks für sich zusammen: „Es ist der Sound und der Geruch, der macht mich fertig. Ich bin so´n Ohrentyp, der Motor hat bei 2.800 Umdrehungen eine Spezialfrequenz, da gibt es so einen Druck im Ohr im Mittenbereich. Das kommt im Elbtunnel unglaublich.“

Für Ohrentypen: Die 200 PS des Reihensechsers sind eine wahre Pracht

Wassergekühlter 125-PS-Vierzylinder mit Audi 100-Genen, damals der Schock für Elferfans

Eine Halle als Traum

Auf die Frage nach ihren Traumautos antworten die beiden vielsagend: „Wir träumen von einer großen Garage, nein eher einer Halle.“ Tilmann grinst: „Keller spricht jeden Tag von alten Autos. Mein persönlicher Traum ist eigentlich ein alter Engländer, ein klassischer Jaguar E-Type mit endlos langer Haube. Aber meinen Porsche mit der großen Glaskuppel finde ich auch geil. Die Dinger haben irgendwie eine Sonderstellung unter all den Automarken, zumindest geht mir das seit meiner Kindheit so. Auch wenn es schnellere Autos gibt, Porsche ist und bleibt der Sportwagen-Urmeter schlechthin. Ich stehe eh auf so Pornokisten.“ Keller erwidert: „Das finde ich ist das Schärfste an deiner Kiste, dieser Schriftzug. Einmal volle Breitseite Porsche…“

Freie Fahrt im Freihafen. Ein Bayernschiff kommt und nimmt dich mit

Es muss nicht immer ein 911er sein. Der kompakte 924 ist ein waschechter Sportwagen

Porsche 924 2.0 Targa
Motor: Vierzylinder-Reihenmotor
Hubraum: 1.984 ccm
Leistung: 92 kW (125 PS) bei 5.800/min
Höchstgeschwindigkeit: 204 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,6 s
Antrieb: Hinterradantrieb
Getriebe: Schaltgetriebe
Leergewicht: 1.130 kg
Radstand: 2.400 mm
Länge/Breite/Höhe: 4.212/1.685 /1.270 mm
Vorderradaufhängung: Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen, Schraubfedern und Stabi
Hinterradaufhängung: Einzelradaufhängung mit Schräglenkerachse, Drehstabfedern
Bereifung: 185/70 HR 14
BMW 3.0 CSi (E9)
Motor: Sechszylinder-Reihenmotor
Hubraum: 3.003 ccm
Leistung: 147 kW/ (200 PS) bei 5.500 /minMin
Höchstgeschwindigkeit: 220 kmh
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,0 s
Antrieb: Hinterradantrieb
Getriebe: Schaltgetriebe
Leergewicht: 1.400 kg
Radstand: 2.625 mm
Länge/Breite/Höhe: 4.66/1.670/1.370 mm
Vorderradaufhängung: Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen, Schraubfedern und Stabi
Hinterradaufhängung: Einzelradaufhängung mit Schräglenkerachse, Federbeinen, Schraubfedern und Stabi
Bereifung: 195/70 VR 14
Bilder: Salonloewen

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