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Alles was geht

Die Linie der bajuwarischen Expressbaureihe stammt aus der Feder von Designer Claus Luthe. Der teuerste BMW seiner Zeit trägt nicht umsonst die höchste Modellreihenziffer aller Baureihen. Er folgt dem Motto: „Alles was geht“ und zeigt auf, wie man in München unter Entwicklungschef Dr. Wolfgang Reizle gegen Ende der achtziger Jahre selbstbewusst neue Technologiestandards in Serie definierte.

Anfangs wird das Design mit der flachen Frontpartie im M1-Stil kontrovers aufgenommen, dabei macht der Supergleiter der Baureihe E31 sich bullig-breit wie kaum ein zweiter GT seiner Epoche. Die Linie ist gefällig, logisch, aber nicht langweilig. Sie kommt gänzlich ohne Schnörkel und ohne tragende B-Säule aus.

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Klappscheinwerfer mit innovativer DE-Projektionstechnik potenzieren das Überholprestige des Technokraten. Tatsächlich hat die 8er-Reihe als Neuwagen kaum ernstzunehmende Gegner auf unbeschränkten deutschen Autobahnen und rangiert eine ganze Fahrzeugklasse über dem alten 6er-BMW. Durch zahlreiche futuristische Features wie einer mitlenkenden Integral-Hinterachse, elektronischer Dämpferkontrolle EDC und Traktionskontrolle dürfen sich Neuwagenpiloten im fahrerorientierten Cockpit beinahe wie die Kapitäne auf der Brücke der U.S.S. Enterprise fühlen: Statt Warp ist im ersten Zwölfzylindercoupé der deutschen Nachkriegsgeschichte allerdings bei selbst auferlegten 250 Kilometern pro Stunde Schluss, via Chiptuning dürfen es laut Tacho knapp dreihundert Sachen sein. Doch für rekordverdächtige Durchschnittsgeschwindigkeiten und unangestrengte Reiseetappen reicht es auch im Serientrimm alle Mal, denn ein 8er lag und liegt wie das sprichwörtliche Brett.

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Wie modern darf ein Youngtimer sein?

In vielen Details lieferte der digitalisierte Überflieger bereits vor 25 Jahren eindrucksvolle Ausblicke auf Zukunftstechnologien. Integrierte Gurtsysteme und Multiplexleitungsnetze für ein CAN-Bussystem gelten als wegweisende Merkmale, die heute das Potenzial haben, Selbstschrauber und Youngtimerwerkstätten gnadenlos zu überfordern. Das wohl größte E31-Kunstwerk: Mit ein paar Retuschen dürfte man das flache Luxus-Coupé noch heute bauen, denn formal wirklich altern konnte die Silhouette des letzten ganz großen Luthe-Entwurfs bis heute nicht.

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