Offen für die oberen Zehntausend: Wer diesen Ein- und Ausblick genießen will, muss knapp 200.000 Euro auf den Tisch des Hauses Aston Martin blättern

Der neue Aston Martin DB9 – Das optimale Sechst-Auto

Dr. Ulrich Bez, Chef von Aston Martin, kann sich prächtig aufregen. Zum Beispiel, wenn schon wieder jemand kritisiert, dass bei dem neuesten Produkt aus seinem Hause, dem stark überarbeiteten DB9, noch immer keine elektrische Handbremse eingebaut ist, sondern ein konventioneller Hebel aus dem Boden ragt. „Ich will doch das Auto kontrollieren und nicht anders herum,“ sagt er, „kann doch sein, dass ich mal eine Bond-Handbremswende machen muss…“

Abgesehen davon, dass so etwas recht selten vorkommt: Aston Martin waren schon immer fahraktive Autos, in die man sich nicht gerne hereinelektronisieren lassen will. Das gilt für das ganze Portfolio – was auch daran liegt, dass die britische Firma durch ihre „Vertikal-Horizontal-Architektur“ sehr viele Komponenten für die verschiedenen Modelle benutzt.

So ist es auch kein Wunder, dass zwischen dem „Sport-GT“ Vanquish und dem „Gleiter“ DB9 viele Parallelen bestehen: Gleicher Radstand, gleiches Chassis, gleiche Motorbasis (hier aber der V12 mit „nur“ 517 PS), gleiche Carbon-Keramikbremsscheiben rundum, gleiches Bi-Xenon-Licht, gleiche Endgeschwindigkeit, gleiche Dämpferverstellungsmöglichkeit und gleicher Sport-Knopf.

Die Hauptunterschiede: Die Karosserie besteht aus Aluminium (Gesamtgewicht: 1.785 Kilo), das Cockpit besitzt Druckschalter, die Nähte sind anders, die Optik ist nicht ganz so aggressiv – na, eben ein paar Feinheiten weniger. Und es gibt ihn auch als Cabrio. Das schnappen wir uns, entfernen das aufgebaute Windschott. Das Dach öffnet in 15 Sekunden, inklusive versenkten Scheiben dauert es 20. Der Start zu dieser Prozedur klappt bis zu einem Tempo von 30 km/h, wobei man bis zu 70 km/h fahren kann, wenn das Dach erstmal in Bewegung ist.

Ein großer Unterschied im Schub ist nicht zu spüren – 4,6 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h sind ja auch ein guter Wert. Sound, Komfort, Verstellmöglichkeiten – alles bekannt vom Vanquish. Und ein hoher Preis auch – das Cabrio kostet 189.995 Euro. Wer lieber ein festes Dach über dem Kopf hat, zahlt für das Coupé 174.994 Euro.

Übrigens: Solche Autos sind für die Besitzer meistens nicht die einzigen Spielzeuge. Für den durchschnittlichen Aston-Martin-Fahrer ist beispielsweise ein DB9 das Viert-, Fünft- oder Sechstauto.

TECHNISCHE DATEN

ASTON MARTIN DB9 COUPÉ/DB9 VOLANTE
Baujahr: 2012
Motor: V12
Hubraum: 5.935 ccm
Leistung: 380 kW (517 PS) bei 6.500/min
Max. Drehmoment: 620 Nm bei 5.500/min
Getriebe: Sechsgang-Automatik
Antrieb: Hinterrad
Länge/Breite/Höhe: 4.720/2.061/1.282 mm
Gewicht: 1.785 kg
Beschleunigung 0-100 km/h: 4.6 Sek.
Top-Speed: 295 km/h
Preis: 174.994,-/189.995,- Euro inkl. Steuern

Nicht ganz so aggressiv wie der Vanquish, aber immer noch respekteinflößend: Die kontrahentenfressende Front des DB9. Den gibt es natürlich auch als Coupé

Fotos: Aston Martin, R. Löwisch

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