US-Ecke: Der Earl of March, Herr über Goodwood, soll höchstselbst ein absolut illegales Hot Rod besitzen

Ob Bugatti oder Chevy – beim Revival ist alles erlaubt, solange es alt ist. Die Mischung ist einfach unschlagbar

Das gibt’s nur beim Goodwood Revival – dem weltgrößten Kostümball, bei dem der Ringelpietz mit Blechkontakt aus handfestem Rundstreckenmotorsport besteht. In diesem Jahr strömten 146.000 meist verkleidete Menschen in drei Tagen auf das Areal des Lord March, der nicht nur mehr als reich ist und deshalb seine eigene Rennstrecke im Garten hat sowie die Fabrik von Rolls-Royce auf seinem Gelände beherbergt (siehe Kasten Seite 188). Rund 80 Prozent aller Gäste schmeißen sich in Klamotten der meist 40er bis 60er Jahre, und wer sich in Jeans und T-Shirt traut, fühlt sich zu Recht aussätzig. Wobei die Kostüme immer ausgefallener werden – gesichtet wurden neben üblichen WWII-Soldaten, American-Graffiti-Friseusen und Putzfrauen diesmal sogar Schornsteinfeger, erwachsene Männer mit Plüschkatzen und Aliens.

Bloss nicht alles bierenst nehmen: Wenn die Briten feiern, dann aber mit Witz, Charme, Zoten und Pelzen

 

Und dabei weiß man nie, ob die agierenden Gestalten Schauspieler in Ausübung ihres Berufes sind oder tatsächlich spleenige Briten, denen das Ale zu Kopf gestiegen ist. Zumindest der Agent aus den 40er Jahren, der als Geheimdokument getarnte Programmhefte jedem anbot, der sie nicht haben wollte, war bestellt. Genauso wie die rüpeligen Bauarbeiter, die es wagten, neben einem sehenswerten Dampf-Abrisskran und einer ebenso qualmenden Dampfwalze einen Tunnel durch den blaublütigen Rasen zu graben. Und wohl auch die beiden Geschäftsmänner auf  Fahrrädern, die sich einen mittelalterlichen Lanzenkampf mit Regenschirmen lieferten…

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code