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Im vergangenen Jahr rollten annähernd 1600 Automobile, Motorräder und Traktoren in die Luhestadt – die gleiche Anzahl erwartet das Oldie-Team auch diesmal. Die Teilnahme ist kostenlos, zudem erhält jeder Oldtimerfahrer ein Geschenk. Selbstverständlich ist auch der Eintritt frei. Die Automobile aus vergangenen Jahrzehnten bieten eine nahezu einmalige Typenpalette. Unter die Klassiker von Lloyd über Mercedes- Benz bis hin zum noblen Horch mischen sich auch Exoten wie Panhard, Simca oder Gutbrod.

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Natürlich fehlen auch Vorkriegs- Klassiker in Winsen/Luhe nicht.
Imposant auch der Aufmarsch der Treckerfreunde: Vom kleinen Holder bis hin zur bärenstarken Traktor-Legende Lanz fährt alles vor, was einst in Sachen Acker- Bau und Viehzucht unterwegs war. Zweiräder ergänzen das Programm. Ein Anziehungspunkt ist auch der Teilemarkt, mit Händlern und privaten Anbietern aus ganz Norddeutschland. Hier gibt’s Literatur, Modellautos, Ersatzteile und vieles mehr. So auch eine Modellautobörse.

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Für Live-Musik sorgen „The Torpids“!
Am Abend zuvor gibt es eine Open Air Oldie Party.

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icedrift-1Ein neuer norddeutscher Reiseanbieter verspricht Auto-Spaß im schwedischen Eis und mehr

Man sollte schon zu den Unerschrockenen gehören, wenn man über zugefrorene Seen im hohen Norden Europas driften will – das ist eben nichts für „Bangbüxen“ wie man in Deutschlands Norden Angsthasen nennt. „Nix für Bangbüxen“ ist nämlich nicht nur Programm auf diesem See nahe des Polarkreises – so nennt sich auch der Hamburger Anbieter dieses Abenteuer-Trips nach Nord-Schweden. Und zu dem zählt weit mehr als nur das Drift-Erlebnis auf dem Eis. Timm Stetten und Johannes Buhrow, die führenden Köpfe des frisch gegründeten Hamburger Start-Ups, haben für alle Adrenalinjunkies, die ihnen nach Lappland folgen, noch eine ganze Reihe weiterer nordische Abenteuer in Petto: Sei es ein Überlebenstraining in der weißen Hölle, das  Eisfischen durch ein Loch in der Eisdecke der zugefrorenen Seen, der Bau von Iglus und vor allem ausgedehnte Fahrten mit PS-starken Snowmobilen.

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Danach leckt Mann sich die Finger: Mit Full Speed übers Eis ballern.
Nach unfreiwilligen Ausflügen in den Tiefschnee ist Schaufeln angesagt.

Aber die Hauptsache ist der Spaß im Auto. Auf einem kurvenreichen See-Rundkurs nahe dem Örtchen Arvidsjaur können Unerschrockene die weit über 200 PS starken, speziell präparierten Sportwagen über das Eis scheuchen. In den ersten Runden gilt es, die Strecke ein wenig kennen zu lernen, ein Instruktor steigt mit ins Auto. icedrift-4 Dann wird es ernst: „Hochschalten in den zweiten Gang; auf einen möglichst engen Weg um die nächste Kurve zuhalten – schön am Gas bleiben – einlenken und vom Gas gehen; warten, bis der Hintern kommt; warten… und jetzt Gas geben… !“
Für alle PS-Gesteuerten ist dieser See ein Männerspielplatz allererster Güte.
Aber eben nix für Bangbüxen…
Info: www.nixfuerbangbuexen.de

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US-Car-Treffen gibt es viele – aber meistens weiß man schon vorher, was einen erwartet. Beim Saisonauftakt am „Chrome Diner“ im Holsteinischen Lensahn ist das nicht der Fall: Hier kommt jeder, der glaubt, sein Auto zeigen zu müssen. Aber warum auch nicht?

„Kommst du am Samstag auch zum Treffen?“
„Nee, da ist ja nur für Mopars.“
„Nee, da ist ja nur für US-Cars bis Baujahr 1970.“
„Nee, keine europäischen Autos erlaubt…“

Klassische Sätze von Menschen, die sich nicht in die großen Auto-Schubladen pressen lassen wollen oder können. Die einen Opel Monza fahren, weil sie einfach keine Knete für einen 68er Charger haben. Oder die den Rüsselsheimer eben mehr lieben als den Ami. Die mit ihrem tiefer gelegten T1-Bulli ausgesperrt werden, eben weil er tiefer gelegt ist.

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Jörg W. Voigt vom „Chrome Diner“ in Lensahn kann mit solchen Restriktionen nichts anfangen. Seit Jahren ruft er die Besitzer aller Klassiker zu seiner originalen Burgerbude in Schleswig-Holstein, um den Auftakt der Oldtimer-Saison zu feiern. Da tanzen die Kolben in den Mai – egal ob die Kiste uralt oder nur alt ist, ob rott oder poliert, ob VW oder Cadillac – ihm sind alle auch nur halbwegs coolen Autos willkommen. Und dazu gehören nach Ansicht von Burger-Fans auch Neuwagen – die Voigt nicht vom Grundstück jagt. Das spaltet die Fans allerdings in drei Lager.

Da sind zunächst die Klassiker-Puristen. Sie finden, dass hier auf dem Platz viel zu viel Plastik parkt. Neuwagen mögen sie einfach nicht und hinterfragen manchmal (aber nicht sehr laut), warum die denn auch auf ein Treffen kommen. Das würde ja das Bild verwässern. Sie rotten sich in sonnigen Ecken des großen, total überfüllten Parkplatzes zusammen und witzeln zwischen Challenger, Charger und GTO darüber, dass womöglich bald auch noch Motorräder zugelassen würden. In dem Moment kommt ein ganzer Pulk von alten Harleys und neueren BMW der New York State Police auf den Platz, inklusive Polizeihund. Der langhaarige blonde Officer spendiert den Jungs ein Tablett Kaffee. Na gut, Motorräder sind ja vielleicht doch nicht so doof.

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Die zweite Fraktion bilden die Bastler und die Fast-Neuwagen-Fahrer. „Newtimer“ nennt man das. Sie fühlen sich wohl zwischen all den Menschen, haben ihre Schätzchen nicht ganz umsonst stadtfein gemacht und sehen sich als Einsteiger in die Altauto-Gemeinschaft. Meistens ist die Haube offen, und die Masse Kunststoff darunter wird von den Puristen kritisch begutachtet. Na ja, immerhin auch ein V8. Als der Opel Diplomat um die Ecke kommt, wird auch der einigermaßen freundlich begrüßt. Und der Chevy da vorn ist von 2003, aber es ist ja ein altes Modell. Holt mal jemand ein Bier? Es ist sehr warm und es gibt eine Menge zu bequatschen.

Und dann sind da noch die Jungs, deren Hinterräder permanent durchdrehen. Zwischen den johlenden Menschen, auf dem Asphalt, auf dem Parkplatz, beim Kommen und beim Gehen. Um ihre Autos aus allen Baujahren herum riecht es ständig nach verbranntem Gummi, und laut ist es auch. Sie werden wahrgenommen – ob man das will oder nicht.

Und Jörg W. Voigt steht mitten drin mit seiner Leuchtfarben-Warnweste, winkt, leitet und diskutiert. Er hat ordentlich Prügel bezogen auf Facebook, weil er sich nicht mit Autos und Baujahren festlegen wollte. Und jetzt? Sind sie alle hier. Feiern, reden, lassen Gummi auf der Straße. Und haben einen richtig guten Tag.
Jemand was dagegen?

www.chrome-diner.de

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Fotos: Jens Tanz

Menschen, Motoren, Emotionen. Der DRIVESTYLE SUNDAY 2014 hinter unserem Verlagsgebäude mitten in Hamburg ist vorbei, aber viele Bilder schwirren noch in den Köpfen derer, die daran teilgenommen haben. Selten haben auch wir bei einer solchen Veranstaltung so viele verschiedene Fahrzeuge gesehen, vielleicht ist das auch der Lohn dafür, dass wir einfach gesagt haben: Kommt alle, die ihr da coole Autos habt und schert euch nicht so sehr um Marke oder Zustand oder Baujahr. Denn eins sind wir doch alle – Autosiasten, die den Drivestyle lieben.

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Wer erleben will, wie Männer beim Präsentieren von alten, starken und 
teilweise so sinnlosen wie unterhaltsamen Vehikeln mit bis zu 8.000 PS wieder zu staunenden kleinen Jungs werden, muss zum „Brazzeltag“ nach Speyer. Das jährliche automobile Spektakel erinnert an moderne Ritterspiele

Der Duden zuckt bedauernd mit den Seiten. Wikipedia stöbert vergeblich in seinen digitalen Speichern, und selbst das Synonyme-Woxikon fragt höchstens, ob man vielleicht „bröseln“, „bröckeln“ oder „berieseln“ meint…

Nein, wir meinen „brazzeln“. Gut möglich, dass das „bröseln“, „bröckeln“ und „berieseln“ beinhaltet, denn was einmal im Jahr im Mai zwei Tage lang am Oberrhein durch die Menschenmassen brazzelt, verliert zum Beispiel wegen hohem Alters, schlechter Wartung oder auch nur so schon mal gerne kleine Teile, Rost oder Flüssigkeiten. Aber wenn es nicht so wäre, würden sie ja auch nicht brazzeln.

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„Brazzeln“ ist aber auch ein Sound. Wenn Treibstoff unregelmäßig verbrennt, wenn fette Auspufftöpfe nur die wildesten Bass-Explosionen dämpfen, wenn Motoren mit Geräuschen arbeiten, die der junge Zeitgenosse in seiner Playstation niemals kennen lernen wird.

Und „brazzeln“ ist ein anderes Wort für „automobilen Spaß“. Denn was brazzelt, zeigt dem TÜV sein unzulassungsfähiges Heck, rasselt der Dekra einen mit seinen (Antriebs-)Ketten vor und faucht in die Welt, was Brazzler im Allgemeinen von der Technischen Überwachung halten.

Dafür lädt das Technikmuseum Speyer als Brazzel-Gastgeber alles in den alten rheinland-pfälzischen 50.000-Seelen-Ort ein, was brazzeln kann: Automobile, Motorräder, Traktoren, Lkw, Busse und selbst das, was sich nicht in eine Kategorie pressen lässt – Hauptsache Baujahr vor 1975. Klar, dass jeder kommt, der seinen Eigenbau sonst nirgends fahren kann, dessen Vehikel einfach nur Angst einflößt oder dessen mobile Idee von einer Musterzulassung noch weiter entfernt ist als eine moderne Mittelklasse-Limousine von Faszination. Entertainment ist das Zauberwort, laut, spektakulär, dreckig, stinkig – also all das, von dem der durchschnittliche beschlipste Manager bei langweiligen Sitzungen träumt.

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Chris Williams at his best: Wenn der Brite seinen Mavis fliegen lässt, brennen nicht nur die Strohballen.

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Brutus jagt über die Brazzelstrecke – und die Beifahrerin hat sichtlich Spaß

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TRÄUME WAGEN überall: Der Verlags-Mach 1 ist selbstverständlich auch dabei

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Heißer Event: Einige Fahrzeuge von Brazzeltag-Teilnehmern suchen Schutz vor der Sonne unter dem Flügel des kanadischen Löschflugzeugs

Logisch, dass das Technikmuseum zur Freude von Mitarbeitern und Publikum an dem Tag auch viele Exponate aus der eigenen Sammlung anfeuert – der Gedanke, dass es den Brazzeltag sogar hauptsächlich deswegen gibt, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Egal: Die Maschinen schnauben, stöhnen, ächzen, rauchen und – na klar – brazzeln. Bis es die Zuschauer auch tun.

Und dazu werden sie ständig angefeuert – zum Beispiel vom Seenotrettungskreuzer John T. Essberger. Der steht zwar auf dem Festland, aber das hält ihn nicht ab, ordentlichen Druck aufs Nebelhorn auszuüben und damit die Region wachzurütteln. Schließlich ist „Brazzeln“ nur einmal im Jahr und ein noch recht junger Event: Diesmal war es das dritte Mal. Und klotzen statt kleckern hilft: So ein Rumgebrazzel bringt mehr als 10.000 Menschen auf die Beine. Was das Publikum zu sehen bekommt, muss sich nur vor Gutachtern verstecken: Da ist natürlich „Brutus“, der museumseigene Platzhirsch. „Brutus“ wird von einem 47-Liter-12-Zylinder-Flugmotor von BMW mit 550 PS Dauerleistung und 750 PS Spitzenleistung angetrieben, das Ketten-angetriebene Chassis ist von 1907. Die Flammen aus seinem Motor haben schon so manches Würstchen gegrillt (siehe TW Heft 4/2014).

Okay, vielleicht hinkt der Vergleich ein wenig – aber was während der Rallye „ADAC Hamburg Klassik“ und dem TRÄUME WAGEN-Cup gefordert wurde, pendelte zwischen Entspannung und Schweißausbruch. Je nachdem, 
in welcher Gruppe man mit seinem Fahrzeug unterwegs war…

Britischer Roadster? Amerikanisches Muscle Car? Deutsche Großserienlimousine? Oder lieber einen gut ausgestatteten VW Bus? Egal: Wenn der ADAC Hansa und TRÄUME WAGEN zur Rallye ADAC Hamburg Klassik rufen, sind alle historischen Fahrzeuge willkommen – unabhängig von ihrem Wert oder ihrer 
Marke. 20 Jahre sollten sie allerdings auf dem Chassis haben….

Und so sahen wir wieder einen Austin Healey von 1965 neben einem 69er Dodge Coronet, während ein BMW 316 von 1980 einen 89er VW T3 California Bulli überholte. Porsche und Trabant, Lincoln und Volvo – eines einte die Fahrerinnen und Fahrer des TRÄUME WAGEN CUP 2014: Die Liebe zu ihrem Fahrzeug, die Neugier auf die anderen Teilnehmer und die landschaftlichen Reize der gut geplanten Strecke, die es nach dem Roadbook abzufahren galt.

Je nach Ehrgeiz, Erfahrung und Können teilten sich die Gruppen der mehr als 100 gemeldeten Fahrzeuge auf in die Gruppen A und B – A für sportliche, B für die touristisch sportliche Strecken- und Aufgabenführung am Freitag und Samstag. Und dann gab’s noch die Gruppe C, die nur am Sonnabend startete und den Schwerpunkt vor allem auf das Beisammensein, das Fahren der schönen Strecke und das Lösen einfacherer Aufgaben legte. Denn nicht jeder Oldtimerfan ist scharf auf knackige Zeitwertungen, anspruchsvolle Navigationsanweisungen und teils versteckte Stempelpunkte sowie Wertungsprüfungen. Das kann auch ganz schön stressig sein…

Hauptsache, der Dialog stimmt

Und da das Team „TRÄUME WAGEN“ gern ausschläft, hatten wir die Teilnahme auf den Samstag beschränkt. Da der blaue TRÄUME WAGEN-Mustang noch auf dem großen Mustang-Treffen in Köln benötigt wurde, wählte das Team einen Porsche 911 als Transportmittel – in ähnlicher Kriegsbemalung.

Besonders erfreulich: Der Samstag der „großen“ Etappe war eine runde und gelungene Herausforderung für Mensch und Maschine, ohne jemanden in gestresste Bedrängnis zu bringen (jedenfalls nicht mehr als erträglich). Schon der Start der Teilnehmer ab 8.30 Uhr in Hamburg-Bergedorf wurde bejubelt von vielen Gästen, Freunden und Besuchern, die einmal live Rallyeatmosphäre schnuppern wollten.

Drivestyle Sunday 2014

Drivestyle Sunday 2014

Die US-Car und Klassiker Szene im Norden wird jedes Jahr größer und vielfältiger. Zahllose Anfragen auch aus dem Rest der Republik und den benachbarten Ländern haben uns überzeugt: Wir rocken mitten in der Stadt zwischen Alster und Elbe den ersten Deutschen Drivestyle Sunday! Ihr habt die coolen alten Autos, wir haben das Programm und die Eventfläche in der City. Am Sonntag, den 18. Mai 2014 sehen wir uns alle in Hamburg. Eintritt ist selbstverständlich FREI. Was erwartet euch?

'Drivestyle Sunday in Hamburg' weiterlesen

In Mladá Boleslav/Tschechien lädt Skoda zur Zeitreise durch die 117-jährige Geschichte des Automobilkonzerns. In historischen Produktionshallen stehen auf 1.800 Quadratmetern Fläche 46 Fahrzeuge, hunderte Exponate sowie Filme und Dokumente aus dem Archiv des tschechischen Unternehmens: Tradition, Präzision und Evolution sind die drei Säulen des „Škoda Muzeum“. Im Sektor „Tradition“ geht es um Stolz, Alltagstauglichkeit und Herausforderungen der Marke. Hier finden Sie Geschichten über Menschen, die den Konzern begleiteten, wie die „Miss USA 1957“ und der tschechische Fußballstar Milan Baroš. Im Bereich „Präzision“ dreht sich alles um die Produktion und Restauration von Fahrzeugen. In den Hallen der „Evolution“ sind 14 Skoda-Meilensteine ausgestellt, vom ersten L&K-Zweirad bis zur heutigen Technik. Im Autoregal finden sich zudem 20 außergewöhnliche Wagen von Feuerwehrautos über Rennwagen bis zu speziellen Erfolgstypen.

www.skoda.de

God drive the Queen - Concours of Elegance auf dem Gelände des Windsor Castle

Die Queen musste 60 Jahre auf dem Thron sitzen, bis sie bereit war, 60 der schönsten Autos in ihren Garten einzuladen – zum Concours of Elegance im Innenhof ihres Windsor Castle. TRÄUME WAGEN lustwandelte aufgrund der Fürsprache des königlichen Hoflieferanten Jaguar zwischen den automobilen Kronjuwelen

Das erste Gebet gehört natürlich der Queen. Das zweite den Rittern des Hosenbandordens. Aber das dritte – das ist allen Erfindern, Handwerkern und Wissenschaftlern gewidmet, die es ermöglicht haben, die schönsten Autos der Welt auf die Räder zu stellen.

Eines von 60 Highlights: der unglaubliche Rolls-Royce Phantom, I Jonckheere Coupé mit Chassis von 1925 und Karosserie von 1935. Natürlich ein Einzelstück

Eines von 60 Highlights: der unglaubliche Rolls-Royce Phantom, I Jonckheere Coupé mit Chassis von 1925 und Karosserie von 1935. Natürlich ein Einzelstück

Wo die schönsten Autos stehen, darf er nicht fehlen: Ferrari 250 GTO. Ein makelloses Exemplar  wie die meisten der gezeigten Exponate

Wo die schönsten Autos stehen, darf er nicht fehlen: Ferrari 250 GTO. Ein makelloses Exemplar wie die meisten der gezeigten Exponate

Selten so gestaunt

Selten so gestaunt

Vielleicht nicht unbedingt eine Grazie, aber ein wichtiger Engländer: ein Healey Lightweight auf königlichem Rasen. Was fehlt, ist ein MG...

Vielleicht nicht unbedingt eine Grazie, aber ein wichtiger Engländer: ein Healey Lightweight auf königlichem Rasen. Was fehlt, ist ein MG…

Großes, zustimmendes Gemurmel in der altehrwürdigen St. George’s Chapel auf dem Gelände des Windsor Castle, Windsor, England. Kein Wunder für den Zuspruch: Die Anwesenden sind fast alles Besitzer der 60 edelsten Fahrzeuge, die zurzeit der kirchlichen Messe gut bewacht im Innenhof des altehrwürdigen Schlosses Windsor stehen – das ist eine Art Rückzugsdomizil der englischen Königin. Denn Elisabeth hat die Hochwohlgeborenen und durchaus Wohlhabenden eingeladen, mit ihren Fahrzeugen ihr 60. Thronjubiläum ein bisschen aufzupolieren.

Wenn das Porsche Zentrum Hamburg zu den „Aircooled Classics“ ruft, bebt die Erde: mit 45 Luftgekühlten von Hamburg nach Schwerin

Es ist ein unvergesslicher Moment, wenn jedes Jahr im Herbst in der Hamburger Eiffestraße lauter luftgekühlte Boxermotoren gezündet werden und über die Hinterachse die ganz besonderen Autos nach vorn drücken. Autos, die bei ihrer Geburt schon zeitlos waren und altersunabhängig und den einzig wahren Sportwagen-Mythos wie eine Fackel vor sich her tragen: Porsche.

Es ist die Zeit der „Aircooled Classics“, und kein Titel einer Veranstaltung drückt so schön technisch aus, worum es geht: Besitzer von Autos mit luftgekühlten Motoren, die sich versammeln, um ungestresst von Hamburg aus 147 Kilometer durch den Osten mit dem Ziel Schlosshotel Wendorf bei Schwerin zu kacheln.

Geplanter Stopp gemäß Roadbook: Sternwarte Bergedorf

Allein schon der älteste Wagen des Feldes, ein 356er B GT von 1963, lässt Fans von luftgekühlten Contramotoren erschaudern. Cabrios, Turbos, Targas, Cup-Fahrzeuge – alles am Start. Natürlich auch die letzten luftgekühlten Porsche, die 993. Und mittendrin: das TRÄUME WAGEN-Dreamteam Kai Busse/Bente Heyer im indischroten Porsche 911 3.2 von 1978.

Gemeinsame Leidenschaft: Kai Busse (Träume Wagen) und Andreas Tetzloff (PZ Hamburg)

Bei der „Aircooled Classics“ müssen die Teilnehmer zwar nach einem Roadbook navigieren, sehen sich aber nur marginal durch Wertungsprüfungen und Zeitkontrollen unter angenehmen Druck gesetzt. So müssen die Genießer zum Beispiel (außer der korrekten Wegfindung) ein Geschicklichkeits-Wurfspiel meistern oder eine Gleichmäßigkeitsfahrt um ein großes Gebäude herum zweimal in exakt der gleichen Zeit absolvieren. Für Porsche-Fahrer kein Problem: Leichter Nervenkitzel wechselt sich mit Überlandfahrten ab. Die Cabrios und Coupés brabbeln durch herbstlich beleuchtete Wohngebiete und an der Sternwarte in Bergedorf vorbei, hier und da wird angehalten, fotografiert und mit anderen Fahrern geschwatzt. Herrentour? Keineswegs, viele Damen sind dabei. Und das nicht nur auf dem Beifahrersitz.

Jaguar E auf der Nordschleife

Klassiker sind wie Diven: teuer, laut und unberechenbar. Kein Grund, sich nicht auf die Königsdisziplin mit ihnen einzulassen: die Oldtimerrennerei. TRÄUME WAGEN erklomm den Schalensitz im Renn-Jaguar E des Meilenwerks und versuchte, einen Stint des Historic Marathon beim Oldtimer Grand Prix auf der Nordschleife zu bewältigen

Es ist dieses Geräusch, das einem sagt: Das war’s. Dieser brutale mechanische Seufzer, wenn Metall Metall zerstört. Dazu die hässliche Ölwolke, die wie aus einem plötzlich geöffnetem Ventil bläulich in den Passagierraum dringt, um noch einmal zu unterstreichen: Das war’s.

Wie, ich greife vor? Verzeihung. Das war nicht meine Absicht. Aber solche Geräusche vergisst man nicht so schnell. Sie sind das Letzte, was man erleben will. Doch der Reihe nach: Eigentlich war das Vorhaben genial.

Tanken auf die einfache Art: Das geht per Kanister und Trichter. Damit der Jaguar E-Type auch im alten Fahrerlager des Nürburgringes eine gute Figur macht Tanken auf die einfache Art: Das geht per Kanister und Trichter. Damit der Jaguar E-Type auch im alten Fahrerlager des Nürburgringes eine gute Figur macht

Tanken auf die einfache Art: Das geht per Kanister und Trichter. Damit der Jaguar E-Type auch im alten Fahrerlager des Nürburgringes eine gute Figur macht

Und die Idee von Martin Halder. Halder ist Chef der Meilenwerk AG, die in Deutschland und in der Schweiz diverse „Foren für Fahrkultur“ plant und betreibt. Orte, an denen sich Oldtimerfreunde treffen, ihre Fahrzeuge langfristig parken, reparieren lassen können etc. Und seit kurzem existiert das „Meilenwerk Historic Racing“, eine Gentlemen-Fahrergemeinschaft, die sich bei Klassiker-Treffen wie dem Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring in einem Zelt versammelt, Erfahrungen austauscht und gemeinsam verliert und gewinnt. Logisch, dass Halder dazu selbst mit einem Klassiker antreten muss: Dafür hat er sich einen Jaguar E, Baujahr 1963, gekauft. Voll ausgerüstet mit allem, was der FIA-Anhang K für Oldtimerrennen verlangt: Käfig, Schalensitze, Mehrpunktgurte, Feuerlöscher und so weiter. Mit dem ist er ein paar Bergrennen gefahren, aber noch keine Rundstrecke.

Der 3.8-Liter-Motor ist etwas gestärkt – mit scharfer Nockenwelle, drei Weber-Doppelvergasern und Fächerkrümmer wuchtet er 300 PS auf die Kurbelwelle. Bei einem Fahrzeuggewicht von rund 1.100 Kilo verspricht das Spaß ohne Ende. Und dann ruft Halder an und fragt, ob ich neben ihm und dem Ringtaxifahrer und Branchenkenner Jörg Bratke von Bergen als dritter Mann seinen E-Type beim 210 Minuten dauernden Historic Marathon während des Oldtimer Grand Prix ein paar Mal um die 73 Kurven der Nordschleife wuchten will. Was für eine Frage – hätten Sie abgelehnt?

Eben. Der ersten Euphorie allerdings folgte Ernüchterung. Denn von vier mir selbst gestellten Fragen musste ich drei verneinen: Erstens: Hast Du eine Rennlizenz? Na klar, bei VW Motorsport im Frühjahr nach vielen Jahren Pause erneuert. Zweitens: Hast Du die nötige Ausrüstung, natürlich FIA-genehmigt? Nein. Drittens: Kennst Du das 80.000-Euro-Auto? Äh, nein. Und viertens, die vielleicht wichtigste Frage: Kennst Du die Nordschleife?

Skepsis ist bei Oldtimerrennen immer angesagt, wie bei Autor Roland Löwisch vor der Qualifikation. Denn nicht immer halten die Autos, was sie versprechen... Jaguar E auf der Nordschleife

Skepsis ist bei Oldtimerrennen immer angesagt, wie bei Autor Roland Löwisch vor der Qualifikation. Denn nicht immer halten die Autos, was sie versprechen…

Blöde Frage – wer kennt sie schon? Vielleicht alle, die in der Gegend wohnen. Und Profis wie Röhrl, Stippler, Mass, Blomqvist. Wobei ein Blick in die Meldeliste zeigt, dass die alle mitfahren. Na klasse. Und Halder sagt auch noch: „Das ist keine Kuschelveranstaltung.“

Ich habe mich da in eine ernste Lage gebracht. Egal, Augen auf und durch: Ich kaufe feuerfeste Unterwäsche, Rennschuhe, Balaklava, Handschuhe, alles selbstverständlich mit der FIA-Norm 8856-2000. Den Overall bekomme ich vom Meilenwerk-Team, Helm samt HANS – Kopf- und Nackenschutzsystem – leihen mir die Jungs von VW Motorsport in Hannover.

Wenn sich die Piloten beim Goodwood Revival um die Hauben fahren, hilft manchmal nur noch, dreimal auf Holz zu klopfen – mit schonendem Umgang von klassischem Automaterial hat das nicht viel zu tun. Aber das macht den weltgrößten Kostümball mit Gas geben ja gerade so spannend

Weiß der Geier, mit welchem Fuß Richard Shaw an diesem Morgen aus dem Bett gestiegen ist, aber es muss der falsche gewesen sein. Der Typ im BMW 700 fährt nicht mit einem Messer zwischen den Zähnen – das ist schon eine Machete. Wie ein Berserker pflügt er durch das Feld der „St. Marys Trophy“ auf dem ehrwürdigen Asphalt der Rennstrecke in Goodwood, Südengland. Als würde er in irgendeinem finsteren Tower angekettet, wenn er nicht gewinnt.

Reine Rennwagen sind beim Revival in der Minderheit – aber nicht minder faszinierend

Immer einen Besuch wert: Der Parkplatz mit Besucher-Klassikern. Dort wird auch sehr englisch gepicknickt

Ach diese „St. Marys Trophy“ – so ein sanfter Name für so ein wildes Rennen. Denn hier schlagen sich unter anderem Mercedes 220S, Borgward Isabella TS, Jaguar Mk VII, Ford Prefect 107E, Austin A35, Standard Ten, Alfa Romeo Giulietta Ti, MG Magnete ZB, Riley 1.5, Sunbeam Rapier, Morris Minor, Renault 4CV, Rover 100 P4 und sogar GAZ Wolga M21 sowie Tatra T603 die Stoßstangen ein. Am Steuer Rennlegenden wie Martin Brundle, Jürgen Barth, Vern Schuppan, Rauno Aaltonen, Derek Bell, Indy-500-Sieger Kenny Bräck, Rob Huff, Christian Horner und auch Comedian Rowan Atkinson. Viele von Ihnen eingekauft vom Fahrzeugeigner, um einen Pokal nach Hause zu bringen. Koste es, was es wolle.