Liebe Autosiasten,
mit Freude stellen wir fest, dass immer mehr Menschen auf Oldtimer abfahren. Das sehen wir nicht nur am wachsenden Interesse an Klassik-Veranstaltungen, sondern auch an der kontinuierlich steigenden Anzahl von Oldtimer-Rallyes, die tatsächlich auch so gut wie ausgebucht sind.

Auf Schloss Dyck wimmelt es von Besuchern bei den Classic Days, und nicht einmal die ernst gemeinte
Radar-Messung vor der ersten Kurve nach der Start-Zielgerade kann bei Publikum und Teilnehmern nachhaltig für schlechte Laune sorgen. Und dann der Oldtimer Grand Prix: Rund 50.000 Zuschauer  verfolgen die Läufe der traumhaft schönen alten Boliden, von der historischen Formel 1 über das Revival der
Deutschen Rennsportmeisterschaft bis zu den Gentlemen Drivers (GT bis 1965). Und TRÄUME WAGEN war diesmal nicht nur dabei, sondern mittendrin. So wurde uns das Cockpit des Jaguar XK 120 von 1951 beim ersten und einzigen Auftritt der neuen Jaguar Heritage Challenge auf dem GP-Kurs angeboten – ein 40-Minuten-Rennen zwischen Jaguar-Profi Marcus Graf von Oeynhausen und Le-Mans-Profi Andy Wallace, zwischen sündhaft teuren Jaguar E-Type Lightweight und den einst schnellsten Limousinen der Welt, Jaguar Mark I. Ein Race mit Ecken und Kanten, Tücken und Hindernissen – jedenfalls für uns. Wer wissen will, wie spannend so ein Event aus der Cockpit-Perspektive sein kann, dem empfehlen wir die Story ab Seite 34.
Und für alle anderen haben wir wieder eine große Auswahl an Alternativen. Wir wünschen beste Unterhaltung aus diesem unvergesslichen Klassiker-Sommer…

Ihr Marco Wendlandt
und das gesamte TRÄUME WAGEN-Team

TRÄUME WAGEN 09/2015

Und das erwartet Sie in der neuen Ausgabe 09/2015:
  • Der Meister der Jäger
    Fasziniert noch heute: Der Porsche 935 K3 – einer der erfolgreichsten Rennwagen der 70er
  • Wie das Land, so der Defender
    Ein Total-Umbau macht aus einem alten Land Rover Defender ein einzigartiges Abenteuer-Mobil
  • Allein auf weiter Flur
    Der 1970er Plymouth Satellite GTX ist äußerst selten und der Traumwagen von Eric Helbach
  • Race with the Devils
    Rennen gegen sich selbst im 51er XK120 bei der Jaguar Heritage Challenge
  • Ganz oder gar nicht
    Der Lincoln Continental ist kein Auto – er ist ein benzingetränkter Traum im King-Size-Format
  • The poor man’s T-Bird
    Mit 55 Zweitakt-PS fuhr der Auto Union 1000 Sp von 1958 voll auf den American Style ab
  • Auf die Länge kommt es an
    Der Buick Electra 225 ist selbstbewusst nach seiner Länge in Zoll benannt
  • Kaufberatung
    In diesem Jahr werden die letzten W123er 30 Jahre alt. Wann sind sie ihr Geld wert?
Und natürlich über 1000 Kleinanzeigen von jungen und alten Klassikern, Drivestyle, Showroom und unsere Kolumnen von Frau 8 und Tanz um’s Auto. Kann das Wochenende besser beginnen? Wir meinen: Nein.

Liebe Autosiasten,

wir hatten tatsächlich schon ein paar schöne, sonnige Tage in der jüngsten Vergangenheit – da konnten selbst die Roadsterfahrer unter uns einfach mal durch die Gegend cruisen, ohne schnell wieder in die Garage zu müssen. Wenn da nicht §30 Abs. 1 Satz 3 der Straßenverkehrsordnung wäre. Denn dieser    Paragraph gestattet eigentlich genau das nicht: „Unnützes Hin- und Herfahren“ ist verboten und kann mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro belegt werden.
Und das schon lange. Und immer noch.
'Editorial TRÄUME WAGEN 08/2015' weiterlesen

Liebe Autosiasten,

es gibt Schätze, die fallen erst beim zweiten Blick als solche auf. Nein, damit meinen wir nicht den Fastback-Mustang, dem wir diesmal den Titel widmen. Der ist von Haus aus so schön und nachträglich so perfekt restauriert, dass er selbst dann auffällt, wenn er in einer dunklen Ecke steht. Nein, wir meinen frühere, stets unterschätzte Helden wie Volvo P1800 oder Peugeot 504 Cabrio – mit einem Image behaftet und in einem Preisgefüge gefangen, dass sich einst nur solvente Kunden sie leisten konnten. Trotzdem zu günstig für die obere Liga und Zeit ihres Lebens zu teuer, um sich durch viele Stückzahlen nachhaltig in das Gedächtnis zu brennen. Und dann selten geworden, weil im Dutzend wegggerottet. 'Editorial TRÄUME WAGEN 07/2015' weiterlesen

Liebe Autosiasten,
wundern Sie sich nicht, dass wir in diesem Heft zur Abwechslung mal in die Luft gehen. Uns hat die Mitflug-Geschichte über die Spitfi re begeistert (Seite 144) – und wir hoffen, Sie sehen es uns nach, dass wir in diesem Falle nicht selbst ins Steuer greifen. Weil es – wie bei alten Autos – um Faszination, um Sound, um
Kraft und um Können geht. Und weil sich nicht nur die amerikanischen Big Three einst in den Fünfziger Jahren von der Fliegerei inspirieren ließen, sondern noch heute Ideen aus der Luftfahrt Einfl uss nehmen in unsere Autos. Schon immer teilten Flieger und Autos Materialien, Motoren, Ideen, Design, und nicht von ungefähr lässt der Lord of March bei seinen Events in England stets große und kleine, aber vor allem alte Flugzeuge im Himmel über dem Festival of Speed und dem Goodwood Revival tanzen, während unten die Cracks gekonnt am Volant von Klassikern, Sportwagen und Prototypen drehen. Aber keine Sorge: 'Editorial TRÄUME WAGEN 06/2015' weiterlesen

Liebe Autosiasten,

dieser Frühling plättet selbst uns. Nicht wegen des Wetters – das ist eher durchwachsen und macht nicht immer Spaß. Aber wenn wir sehen, wie viele Oldtimer jetzt auf die Straße gelassen werden, besonders am Wochenende, fällt uns die Kauleiste herunter. Und sie geht auch nicht wieder hoch, wenn wir die Zahlen der diesjährigen Techno Classica, der weltweit größten Oldtimermesse, erfahren: 190.000 Besucher aus 41 Nationen, 1.250 Aussteller aus 30 Nationen, dabei mehr als 220 Oldtimerclubs und -Interessengemeinschaften – wer bereits am ersten, dem Aufbau- und Pressetag dort war, konnte schon eine erkleckliche Anzahl an „Verkauft“-Schildern hinter den Windschutzscheiben sehen (lesen Sie unsere Story ab Seite 22). Was macht Oldtimer bloß so begehrt? Klar haben wir ein paar Antworten:

'Editorial TRÄUME WAGEN 05/2015' weiterlesen

Liebe Autosiasten,
endlich ist Frühling – und aus Tiefgaragen, Scheunen und vermutlich auch Wohnzimmern werden zahlreiche Oldies endlich wieder auf die Straßen gelassen. Herrlich. Wenn da nicht die Frage nach dem Grüßen wäre. Wie halten Sie es mit dem Grüßen? Ein nettes Handzeichen jedem entgegenkommenden Old- und Youngtimer-Piloten? Oder beachten Sie nur die Fahrer von Autos, die älter als 30 Jahre sind? Winken Sie etwa nur Roadsterfahrern? Oder nur Autobesitzern von der Marke, die Sie selber fahren? Oder halten Sie den Gruß an sich für völlig überbewertet? Zugegeben – man fühlt sich immer etwas missachtet, wenn man freundlich grüßt und der Fahrer im anderen Auto nicht mal mit der Wimper zuckt. Aber vielleicht hat das seinen Grund?

'Editorial TRÄUME WAGEN 04/2015' weiterlesen

Liebe Autosiasten,

manchmal kann man einfach nur verdammt sauer werden. Zum Beispiel, wenn jemandem der Oldtimer geklaut wird. Mal abgesehen von Werten und Geld verliert der Besitzer auch etwas, was ihm ans Herz gewachsen ist – samt vieler Erinnerungen und Erlebnisse.
Jüngst ist es dem Besitzer eines Maserati 3500 GT Spyder, Baujahr 1961, so ergangen – amtliches Kennzeichen K-JD 58 H,  Identifizierungsnummer 101.1171, Motornummer 822, Karosserienummer 31. Das Auto stand eines Nachts Anfang März noch auf seinem Tiefgaragenstellplatz in Köln-Marienburg, am nächsten Morgen war es weg. Es kann sich wohl jeder, der selbst so einen Schatz hegt und pflegt, den Schock des Besitzers vorstellen.

'Editorial TRÄUME WAGEN 03/2015' weiterlesen

Liebe Autosiasten,
Sie kennen sich mit Klassikern aus – sonst würden Sie wahrscheinlich nicht
noch tiefer in die Materie einsteigen wollen, zum Beispiel als Leser der
TRÄUME WAGEN. Wir, die wir mit großer Freude das Heft machen, kennen
uns vielleicht noch nein bisschen besser mit Oldies aus – weil wir täglich damit
zu tun haben, weil wir viele verschiedene Klassiker bei vielen verschiedenen
Anlässen fahren dürfen. Aber wie die Autosuche und der Autoverkauf bei Profis
– gerade im Hochpreissegment – tatsächlich funktioniert, bleibt auch uns oft
verborgen. Schließlich lassen sich nur wenige Käufer und Verkäufer gerne in
die Karten schauen, wenn es um hohe Summen geht. 'Editorial TRÄUME WAGEN 02/2015' weiterlesen

Liebe Autosiasten,

freuen Sie sich auf das Jahr 2015? Wir als Klassiker-Fans erwarten es mit einem großen lachenden und einem kleinen weinenden Auge. Lachend deshalb, weil uns den Endverbraucher teuer kommende, hauptsächlich der Industrie helfende Reifendruckkontrollsysteme, wie sie Neuwagen besitzen müssen (Pflicht seit November), erspart bleiben – zumindest noch. Und auch, weil wir unsere Oldies nicht mit dem Notfall-Sensor e-Call ausrüsten müssen (ab Oktober Pflicht für Neuwagen). Und weil wir beim Umzug unsere Kennzeichen behalten dürfen – das spart zwar nur das Geld für ein neues Kennzeichen (Ummelden ist aber nach wie vor notwendig), aber so manchem Oldie-Fan ist sein
altes Wunschkennzeichen heilig. Und auch um Euro 6 müssen wir uns nicht kümmern – Abingdon 0, Zuffenhausen 0 oder Maranello 0 schmeißen immer noch weniger Abgase raus als jedes moderne Auto, weil die Verursacher viel weniger gefahren werden.

'Editorial TRÄUME WAGEN 01/2015' weiterlesen

Liebe Autosiasten,

wir haben ein neues Redaktionsmitglied (siehe Seite 50), und wir sind ziemlich stolz drauf: Gestatten, Range Rover, Baujahr 1988. Frisch aus den USA. Halber Kilometermillionär, ganz rostfrei, teilweise Lack weggebrannt von der kalifornischen Sonne. Die Kiste ist einfach geil.

Nicht nur, weil 88 das erste Baujahr ist, in dem der Range Rover in Amerika zu kaufen war. Nicht nur, weil er einen V8 unter der Haube hat – wie Sie wissen, stehen wir V8-Motoren insgesamt recht nah. Nicht nur, weil der alte Range eine Form hat wie ein geworfenes Paket und hochbeinig ist wie Brigitte Nielsen. Nein, sondern weil wir ihn – mit viel Mühe – Ken Fritz abgeschwatzt haben. Sie kennen Ken Fritz nicht? Wir vorher auch nicht, aber es war gut, ihn kennenzulernen. Ken Fritz ist Armeeveteran, Hubschrauberpilot, Rennfahrer, und als solcher wohl der penibelste Autoversorger, der uns in unserer langen Karriere in der Autobranche untergekommen ist. Nur durch seine Fürsorge ist der Range Rover in so einem unglaublich originalen Zustand, und wir mussten ihm versprechen, mit seinem alten Range gut umzugehen.

'Editorial TRÄUME WAGEN 13/2014' weiterlesen

Liebe Autosiasten,

da standen wir doch vor kurzem vor zwei Autos und kamen ins Grübeln. Beide wunderschön, beide alt, beide mit viel Chrom. Und doch ganz verschieden: ein Mercedes SL 190 von 1959 und eine Corvette, Baujahr 1959. Der Deutsche: edel, aber mit seinen noch leicht barocken Formen vielleicht ein bisschen verstaubt, um nicht das Wort „bieder“ zu benutzen. Der Ami: nicht von diesem Stern – spacig, nahezu abgehoben, nicht von dieser Welt. Wie müssen sich eigentlich Deutsche gefühlt haben, die damals zum ersten Mal einen Fuß auf amerikanischen Boden setzten und statt Isetta, Käfer und Opel Olympia rund 350 PS in Sechsmeter-Cabrios, V8-Motoren und elektrische Hardtops als
Standard erlebten? Vielleicht wie heute ein Handwerker im Silicon Valley?

'Editorial TRÄUME WAGEN 12/2014' weiterlesen

Liebe Autosiasten,

neulich im Fernsehen: „SYNC mit App Link“. Hä? Ok, wir hatten das TV-Gerät stumm geschaltet, dann mitten in der Werbung wieder angeknipst, und kriegen gerade noch „SYNC mit App Link“ mit. Irgendwas mit Auto. Erster Gedanke: Die armen Marketingstrategen. Finden sie an ihren neuen Autos keine anderen Vorzüge als „SYNC mit App Link“?
Als unsere Lieblingsautos beworben wurden, war das noch anders. Der eine fuhr und fuhr und fuhr, und nichts anderes wollten wir hören (und daran glauben). Jensen waren schlicht „Hand Made Cars“, ein Dodge VIP „Very ImPortant“, bei Volvo „jeder Griff in Griffnähe“ und Toyota war „durch und durch zuverlässig“. Und Ford hatte „Die Linie der Vernunft“. Das war wenigstens etwas Handfestes. Mit vernünftigen Linien konnten wir etwas anfangen, und können es – ehrlich  gesagt – heutzutage auch noch.

'Editorial TRÄUME WAGEN 11/2014' weiterlesen