„Ey Alda, … sachma – Aaaaaaaaaaarsch-implantat…,“, Schauspieler Jürgen Vogel demonstriert im Interview mit TRÄUME WAGEN Redakteur Roland Löwisch und Herausgeber Marco Wendlandt, die Nachteile des Fahrens ohne Verdeck für Prominente und Schauspieler. „Du wirst an jeder Ampel erkannt. Da fehlt mir die Ruhe, die ich so gerne beim Autofahren habe…“ Denn für den viel beschäftigten TV- und Kino-Star sind seine Autos immer ein Stück Zuhause, das er unterwegs mitnimmt. Zu Fahrzeugen der Marke Jaguar hat er seit Jahren ein besonderes Verhältnis; Nicht nur, dass das Styling im Interieur längst zu einem zweiten Zuhause geworden ist; Vogel ist auch seit inzwischen acht Jahren offizieller Jaguar-Botschafter

Schauspieler Jürgen Vogel

Nein, der typische Jaguar-Fahrer ist Jürgen Vogel nicht. Vielleicht passt der Schauspieler deshalb so gut in die britischen Katzen – in alte wie in neue. Und er fährt viel – denn für ihn sind seine Autos ein Stück Zuhause, das er mit nimmt

Marco Wendlandt und Jürgen Vogel beim Interview

Marco Wendlandt und Jürgen Vogel beim Interview

Die Art, wie Jürgen Vogel zeigt, warum Cabrios für populäre Schauspieler wie ihn nicht so geeignet sind, ist unnachahmlich. Er springt vom Stuhl auf und mimt einen Fan, der ihn im Auto am Straßenrand entdeckt: „Ey Alda,“ brüllt Vogel und klopft sich dabei wild auf den Allerwertesten, „Alda, sachma, Aaaaaaaaaaarsch-implantat, Alda…“

„Ich hab gar nicht gewusst, worauf der Typ aus war,“ erinnert sich Vogel, nachdem er sich wieder gesetzt hat, „aber dann fiel es mir ein: Der meinte den Silikonhintern in meiner Rolle in „Keinohrhasen“. Nein, offene Autos sind für Leute wie mich nicht geeignet: Ich werde an jeder Ampel erkannt. Da fehlt mir die Ruhe, die ich so gerne beim Autofahren habe…“

Dabei könnte er gut der Kumpel von nebenan sein – wenn man ihn nicht beim Fahren stört. Geboren 1968 in Hamburg-Altona, aufgewachsen in einem düsteren Viertel von Hamburgs Stadtteil Schnelsen („Unser Edeka-Markt war der erste, in dem sie die Kassiererin zu ihrem Schutz hinter ein Gitter gesetzt haben…“), lebt er heute in Berlin, ist Vater von fünf Kindern und hat im Hirn außer Familie, Drehbüchern und Filmideen hauptsächlich einen Jaguar E-Type.

Liebe Autosiasten,

es liest sich immer so leicht – die Redakteure reisen hierhin und dorthin, um diesen oder jenen Event zu besuchen oder dieses oder jenes Auto zu porträtieren. Allerdings ist Reisen auch heutzutage manchmal noch ein Abenteuer, das die meist so sorgfältig verabredeten Termine mächtig durcheinanderwirbelt. Und trotzdem machen die Firmen und Privatiers die Events möglich.
Jüngstes Beispiel: Goodwood (siehe Seite 170). Ein um 15(!) Stunden verspäteter Flug aus Übersee schien den Termin zu torpedieren – aber die Mädchen und Jungs von Porsche, die zum Earl of March einluden, haben es trotzdem möglich gemacht, indem sie kurzfristig den Besuch von Freitag/Sonnabend auf Sonnabend/Sonntag umbauten. Oder Bentley: Während der Vorstellung des GTC Speed ließen sie uns in Las Vegas so viel Zeit, uns in dem unglaublichen Auto-Hotel (siehe Seite 18) umzusehen,  dass wir eine gesonderte Geschichte produzieren konnten. Oder Max Pohlmann (siehe Seite 24). Der Mercedes-Besitzer hat sich extra Urlaub genommen, um uns alles rund um seinen Strichachter zu erklären.

'Editorial TRÄUME WAGEN 08/2013' weiterlesen

Pony-Express auf der Promenade des Centro-Geländes: Zahllose Mustangs und andere US-Cars präsentierten sich vom 19. bis 21. Juli 2013 in Oberhausen zum 10. US-Car & Biker-Treffen. Bei bestem Wetter drängte sich die Szene um die bestechend herausgeputzten Fahrzeuge und bestaunte auf dem gemeinsamen Stand von TRÄUME WAGEN, Velocity und Aero auf der Händlermeile den TRÄUME WAGEN Mustang GT und den vor der TÜV-Prüfung letztmalig ausgestellten 66er Track-Day-Mustang von Velocity.

10. US-Car & Bike-Treffen

Vom 19.-21.7. traf sich die US-Car und Biker-Szene auf dem Centro Gelände in Oberhausen

Es ist mittlerweile zu festen Einrichtung geworden: Bereits zum 10. Mal traf sich in Oberhausen die US-Car und Biker-Szene auf der Promenade des Centro-Geländes im Schatten des Gasometers.

10. US-Car & Bike-Treffen 10. US-Car & Bike-Treffen
Kaufberatung Porsche 993 Coupé

Nach dem Modell 993 war bei Porsche endgültig „die Luft raus“, was unter den gusseisernen Elfer-Fans großes Wehklagen auslöste. Und weil der Aircooler hier seinen größten Reifegrad erreicht hat, gilt der bis 1998 gebaute 993 als Spitze der luftgekühlten Elfer-Evolution. Wenn man denn ein ordentliches Exemplar erwischt

Kaufberatung Porsche 993 Coupé

Porsche, vor allem natürlich die 356er und 911er-Modelle, waren von jeher ein Garant für Wertstabilität. In besonderem Maße gilt das allerdings für den von 1993 bis 1998 gebauten Typ 993. Selbst mit hoher Laufleistung oder Vorschäden drohen diese Fahrzeuge kaum unter die 15.000,- Euro-Schwelle zu rutschen, die üblichen Notierungen liegen deutlich über der 25.000,- Euro-Marke.

Besonders gepflegte Exemplare kosten auch 40.000,- Euro und mehr, selbst wenn es sich nicht um Spezialausführungen wie den „S“ oder das 993 Cabrio handelt – vom RS, Turbo oder gar GT2 ganz zu schweigen. Gerade die letzten drei genannten Ausführungen aus der breiten 993er-Palette haben nach wie vor auch einen Spezialmarkt – deshalb vernachlässigen wir sie hier.

Wer heute noch einen 993 besitzt, gibt ihn kaum her. Zugleich herrscht eine große Nachfrage speziell nach diesem Modell, was dazu führt, dass gute 993er häufig teurer sind als der wassergekühlte Nachfolger 996 in vergleichbarer Ausstattung und ähnlichem Zustand. Auch der Besitzer unseres Foto-Fahrzeugs, Volker Weber aus Hamburg, möchte seinen 993 keinesfalls mehr verkaufen, vor allem, weil er „so rundum unproblematisch ist“ und dabei noch ungefiltertes Elfer-Vergnügen pur bietet. Mit dem 993 hat Porsche auch nach Webers Überzeugung eine echte Meisterleistung abgeliefert, sowohl was das Design betrifft als auch bei der Qualität und den vielen technischen Verbesserungen, die den 993 als Spitze der luftgekühlten Elfer-Evolution auszeichnen.

Kaufberatung Porsche 993 Coupé
Kaufberatung Porsche 993 Coupé Kaufberatung Porsche 993 Coupé

Öl-Undichtigkeiten am Motor waren beispielsweise für Jahrzehnte ein typisches Kennzeichen gerade hoch belasteter luftgekühlter Aggregate. Sie mussten als systemtypisch akzeptiert werden, und ihre Beseitigung (meist nur von kurzer Dauer) lohnte sich – wenn es um mehr als nur undichte Ventildeckel oder einen verschlissenen Simmerring am Schwungrad ging – nur im Rahmen einer kompletten Motor-Revision. Das war schon beim Käfer so. Nicht jedoch beim 993, der auf wundersame Weise selbst nach zigtausend Kilometern unterwärts noch absolut trocken sein kann. „Hier hatten die Porsche-Techniker endlich und konsequent auch die letzten Schwachstellen luftgekühlter Motoren in den Griff bekommen,“ sagt Weber.

Aber nicht nur das: Die neue Multilenker-Hinterachse im Aluminium-Rahmen beispielsweise vermittelte auch unerfahrenen Elfer-Besitzern das Gefühl unbedingter Fahrsicherheit in fast jeder Lebenslage, ohne den Fahrer vollends zu entmündigen. Dieser Punkt bereitete den Porsche-Ingenieuren lange Kopfschmerzen, weshalb sie sich auch erst im 993 trauten, ein serienmäßiges Antiblockiersystem (ABS) einzubauen. Auf weitere elektronische Traktionshilfen wurde damals noch ganz bewusst verzichtet.

Fotos: Gareb Aepler, Andreas Aepler

Wer schon einmal an einer ADAC-Rallye teilgenommen hat, erzählt hinterher in drei Kapiteln: 1. Wo ging’s lang? Wie stressig war’s? Wer saß daneben? Bevor wir die Antworten geben, wollen wir grundsätzlich festhalten: Bei den ADAC-TRÄUME-WAGEN-Rallyes handelt es sich grundsätzlich nicht um Hochgeschwindigkeits-Rundkurse, in denen aufgemotzte Autos möglichst schnell und Schlamm spritzend zwischen Strohballen in Richtung Etappenziel ballern – unsere Rallyes sind zum Spaß, zur Unterhaltung und zum gemeinsamen Beisammensein von klassischen Autos und ihren Fahrerinnen und Fahrern ersonnen worden.

'ADAC TRÄUME WAGEN KLASSIK 2013' weiterlesen

Luftgekühlt muss er sein. Und deshalb haben wir nur DIESE Baujahre zum Sechszylinder-Boxer-Event des Jahres zugelassen, die dieses Kriterium auch erfüllen. Es ist der Sound. Es ist die Form. Es ist die Passion und der Mythos Porsche.

Folgen Sie uns über die Aircooled Classics und ihre Stationen, veranstaltet vom Porsche Zentrum Hamburg und TRÄUME WAGEN. Und teilen Sie ein bisschen von dem Geist, den nur diese alten und wunderschönen reinen Sportwagen transportieren können.

Ein Matchbox-Auto aus alten Tagen taucht wieder auf – „Iso Grifo“ steht unten drunter. Die Kindheit ist vorbei, aber der damals entstandene Wunsch, einmal so einen rassigen Italo-Amerikaner im Maßstab 1:1 zu fahren, blieb. Nach 35 Jahren wird er jetzt erfüllt

Iso Grifo

Zurück in die Zukunft, aus der Sandkiste mitten ins Leben

In der Mitte des Lebens treibt das Verhalten eines Mannes seltsame Früchte. Die einen kaufen sich einen Sportwagen und brennen mit einem jungen Huhn durch. Die anderen kaufen sich ein junges Huhn und brennen mit einem Sportwagen durch. Die dritten finden aufgrund der klarer werdenden eigenen Sterblichkeit ihren Weg in die Religion.

Und ich? Ich gehöre zur vierten Kategorie. Ich beginne, meinen Keller aufzuräumen.

Und da findet sich neben allerhand nützlichem und überflüssigem Zeugs ein kleines, blaues Auto der Marke Matchbox. Bespielt, benutzt. Ich erinnere mich: Dieses Auto war damals der schärfste Zahn in der Sandkiste neben dem Mack Kipplaster und dem Chevrolet Pick-up. Es hat endlose Highways durch Rhabarberbeete bis zum Komposthaufen gemeistert, aber nie fiel der Blick auf die informative Unterseite des Spielzeugs, denn ich konnte noch nicht so gut lesen.
Dem Matchbox-Auto sieht man seine Gebrauchsspuren an - dem Autoren auch. Heute treffen wir auf das 1:1-Original des Sportwagens

Fragen Sie Frau 8

„Fragen Sie Frau 8“ – Probleme mit dem Wagen, der Frau oder dem Leben an sich? In dieser Rubrik gibt Wiebke Brauer viele Antworten, mögliche Lösungen – oder einfach ein kleines Stück Hoffnung


Michel per Mail: Ich las neulich, dass deutsche Polizeiautos mit der US-Sirene ausgestattet werden. Muss das sein?

Lieber Michel! Tja, jetzt geht ein Aufschrei durch deutsche Lande. Tausende von Demonstranten werden durch die Straßen marschieren und „Tatütata“ und „Lalülala“ skandieren. Pappschilder mit der Aufschrift „DAS MARTINSHORN MUSS BLEIBEN“ werden geschwenkt, Protestierende setzen sich Blaulichter auf den Kopf, viele hüllen sich in grüne und weiße Laken, eine Flut von menschlichen Polizeiautos wälzt sich durch die Hauptstraßen dieser Städte. Die Massen stehen wie ein Mann zusammen, um für unser aller Folgetonhorn zu kämpfen. Ein Volk, ein Wille. Naja, wer’s glaubt. Allerdings haben Sie Recht, in Deutschland sollen Polizeiautos bald nicht mehr nur mit Martinshorn und Blaulicht im Einsatz sein, sondern auch mit der amerikanischen Sirene. Es geht also um eine Ergänzung. Ersetzt wird nix. Der Ton, für den man sich entschieden habe, heißt „Yelp“, was in den Medien mit „Jaulen“ übersetzt wurde, wobei ich immer dachte, das hieße „Kläffen“. Was relativ unpassend wäre als Sirenen-Ton. Ist ja auch egal, auf jeden Fall handelt es sich um das berühmte „Uiuiui“, und den meisten von uns, die mit amerikanischen Fernsehserien wie „Die Straßen von San Francisco“ und „Einsatz in Manhattan“ aufgewachsen sind, ist dieser Sound so vertraut wie das scheppernde Klingeln eines Telefons mit Wählscheibe.

Wer jetzt vermutet, dass daran wie immer unser Verkehrsminister Ramsauer schuld sei, irrt. Die Einführung des Jaultons war bereits viel früher geplant: Schon 2005 kündigten der damalige Innenminister Schily und Verkehrsminister Stolpe die Neuerung an, allerdings kam es durch den Regierungswechsel nie zu einer Abstimmung. Ob die Neuerung jetzt durchgesetzt wird, ist noch unklar. Erstens ist Polizei Ländersache, zweitens ist die Gewerkschaft der Polizei noch gar nicht so hingerissen von den Plänen. Mir wiederum erschließt sich gar nicht, warum man den Ton überhaupt ändern muss. Es muss doch nicht jeder Pieps globalisiert werden! Aber: Laut einem Bericht des Bundesverkehrsministeriums heißt es, dass das klassische Martinshorn und das Blaulicht sich „zum Einleiten des Anhaltevorgangs als ungeeignet erwiesen“ haben. Das fällt den Jungs ja früh auf. Wahrscheinlich wird es so kommen wie bisher bei jeder Umstellung bei der Polizei. Das reiche Bundesland Baden-Württemberg schickte ja einst als erstes seine Ordnungshüter in der schicken dunkelblauen Uniform und der silbrig-blauen E-Klasse auf Streife, das coole US-Geheul haben die dann auch bald. Eingebaut sei die Technik schon, heißt es. Und die anderen? Gucken in die Röhre. Armes Brandenburg. Da heulen wieder nur die Wölfe

Haben auch Sie eine Frage an Frau 8?
Mail an: frauacht@träume-wagen.de

TRÄUME WAGEN Herausgeber Marco Wendlandt und das Porsche Zentrum Hamburg entfesselten am 9. Juni 2013 mit dem entscheidenden Zündfunken das Stakkato von 56 Boxern zu den Aircooled Classics. Nicht Wettbewerb sondern entspanntes Cruisen in einer großen motorisierten Familie stand auch in diesem Jahr im Vordergrund und ließ den seit Generationen von Baureihen ungebrochenen Mythos Porsche aufleben.

Aircooled Classics
Aircooled Classics Aircooled Classics

Die Aircooled Classics hat sich fest in den Kalendern und den Herzen aller Fans und Freunde von luftgekühlten Sechszylindern aus Zuffenhausen etabliert. TRÄUME WAGEN und das Porsche Zentrum Hamburg haben am 9. Juni 2013 wieder für einen guten Rundlauf und saubere Zündfunken bei allen Teilnehmern gesorgt

Es gibt Menschen, die glauben, Motor ist gleich Motor. Und nur dazu da, sie von A nach B zu bringen, ohne dass sie laufen müssen. Vergessen wir sie.

Es gibt Menschen, die nicht erkennen, ob ein Reihenmotor, ein V-Motor oder ein Boxermotor in einem Auto arbeitet. Vergessen wir sie.

Und dann gibt es noch Menschen, die ziehen einen wassergekühlten Boxer einem luftgekühlten Boxer vor. Mit denen muss man reden. Mit denen müssen wir  reden. Und ihnen klar machen, warum für uns Aircooler ein traditioneller luftgekühlter Boxermotor das Nonplusultra des Motorenbaus ist.

Andreas Tetzloff, Geschäftsführer Porsche Zentrum Hamburg und DAZ-Verleger Marco Wendlandt (rechts)

Andreas Tetzloff, Geschäftsführer Porsche Zentrum Hamburg und DAZ-Verleger Marco Wendlandt (rechts)

Weil die Maschine leichter gebaut werden kann als ein wassergekühltes Pendant, das mehr Teile benötigt. Weil sie wegen kompakterer Bauweise weniger Platz benötigt.

Weil „Luft nicht gefrieren und nicht heizen kann“, wie uns einst die Porsche-Werbung ganz richtig suggerierte.

Das „team-deloman“ schraubt seit Monaten Tag und Nacht an drei DeLorean DMC 12, um damit 2016 einmal um die Welt zu fahren (siehe Heft 13/2011). Zeit für ein Update

Routenplanung

Chefplaner Sven legt Ende November 2012 den ersten mehr als 20seitigen Entwurf auf den Tisch. Seine oberste Direktive: Der Zieltermin ist nicht verhandelbar. Das heißt: Ankunft Donnerstag, den 26. Mai 2016 in Belfast. Dem hat sich alles andere unterzuordnen.

Das Booklet liest sich spannend, immerhin sind etliche Himalaya-Pässe über 5.000 Meter zu bewältigen. Zu Hilfe kommt lediglich die Trockenzeit, wobei einsetzendes Tauwetter die Straßenverhältnisse sehr negativ beeinflussen kann. Ab Lhasa führt die Route weiter über eine Sand- und Schotterpiste, die im Bereich Hongla Snow Mountain und Baima Snow Mountain durch Schnee blockiert sein kann. Fazit: Das Risiko, die Route im Winter auf unbefestigten Straßen durch ein Hochgebirge zu führen, ist zu hoch. Es besteht massive Gefahr…

Alles muss so aufeinander abgestimmt werden, dass eine reelle Chance zur Bewältigung der Strecke existiert. Das Zauberwort heißt „Flexibilität“. Und weil der Planet zwischendrin über weite Strecken blau ist, lässt sich leider nicht jede Meile auf eigenen Reifen abspulen. Fähr- und Frachtverbindungen sind zu prüfen, Ein- und Ausreisebestimmungen zu beachten (die sich auch mal ändern können – zumal bis Ende 2015)..

Derzeit hat das Team folgende favorisierte Streckenverläufe:

  • Deutschland – Iran über Tunesien, Libyen, Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien
  • Iran – Indien über Pakistan
  • Über Nepal nach China? Hohes Winterrisiko.
  • Route über Australien. Reizvoll dann, wenn es von dort einen sinnvollen nächsten Schritt gibt.
  • USA: darf nicht fehlen und ermöglicht, Puffer einzubauen.
    Heißt: in Eile durchqueren, oder Points of Interest einbeziehen – je nach Zeit
  • Zurück nach Europa. Zielhafen? Egal. Priorität: zum Zieltermin in Belfast.

Die Welt scheint schlicht zu groß… Sicher aber ist: „Dies ist keine Sightseeing-Tour. Hierüber sollte sich jeder im Klaren sein.“ Aber ohne top vorbereitete Fahrzeuge macht die ganze Routen(zeit)planung keinen Sinn. Wolfgang bittet zum Rundgang in der Werkstatt.

Tanz ums Auto - Auf das Stehvermögen kommt es an

Es gibt so viele schöne Arten der Nahrungsaufnahme entlang des Weges.
Ich kann mich fast gar nicht entscheiden, welche ich denn nun am attraktivsten finde

Rasten statt rosten gefällt meinem schlecht konservierten 70er-Jahre-Oldtimer genauso gut wie mir, und wenn der Tank leer ist, geht es rechts raus auf den Rastplatz irgendwo an der Autobahn. Der Mensch muss parallel auch mal die Gliedmaßen strecken und ebenfalls dem Kreislauf Brennstoff zuführen. Klassisch geschieht dies im auch bereits in den 70ern an die Tanke angedockten Restaurant, spätestens hier fühle ich mich a) wie im Urlaub, b) fern der Heimat und c) wie in einer Zeitblase.

Draußen riecht es nach Benzin und Urin, drinnen nach Bohnerwachs und uralten Süßigkeiten. Hinter einem echtholzfurnierten Tresen braten 80-jährige Herren mit Kochmütze Pommes, Nürnberger und Frikadellen. Mit einem Klatsch Sauerkraut werden die mir von einer 90-jährigen Kassiererin patzig auf einen Teller mit Blümchendekor befördert. Zusammen mit einer Spezi kostet das dann so rund 14 Euro. Gegessen wird am Tisch aus Kirschholz, gesessen wird auf Stuhlkissen in neonbuntem 90er-Jahre-Design. Es schmeckt nicht wirklich, ist aber schön heiß und vermittelt ein Gefühl der Ewigkeit. Vielleicht auch deshalb, weil hinter mir ein mechanischer Spielautomat dudelt. So gestärkt freue ich mich als Reisender noch ein wenig mehr auf die nationale Küche des Landes, in das ich gerade reisen möchte und entdecke beim Wiedereintritt in die Atmosphäre meines Autos direkt neben dem kulinarischen Zeitloch einen McDonald‘s.

Ups! Ob nun das gelbe M, die echt gegrillten Burger oder frittierte Hähnchenschenkel  – Fastfood hat Vorteile:  schnell zubereitet, schmeckt in jedem Land gleich und ist billig.

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Das war‘s dann aber auch schon. Urlaubsgefühl ist nicht, die Läden gibt‘s schließlich überall. Im Drive-In müsste ich mein Auto gar nicht erst verlassen und würde nun doch rosten, außerdem kleckern die Big Macs immer auf die Sitze. Das ist beides doof, also gehe ich hinein. Im Inneren der Bude nerven mich schreiende Kinder, die sich mit Plastikschrott aus dem Happy Meal bewerfen. Ich bin selbst nach drei Burgern mit Pommes und Cola irgendwie unbefriedigt und muss dann auch noch wieder quer durch den angrenzenden Frikadellen-Rasthof zur Toilette laufen. Und drei Ausfahrten später bekomme ich irgendwie Bock auf eine Bratwurst. Ach manno.

Da lobe ich mir die ordinäre Markentankstelle mit dem „Bistrorant“, was auch immer das ist. Hier gibt es als Tankrechnungs-Begleiterscheinung einen XXL-Kaffee und ein frisch belegtes Baguette (zum Beispiel mit Frikadellen) im Gegenwert einer Pauschalreise in die Schweiz. Aber mayonnaisetriefend und lecker. Auf der warmen Motorhaube meines Autos hält der Kaffee noch lange Zeit seine Temperatur, und auch ich kann mich nach ein paar Dehnübungen auf das Auto setzen und das Brötchen mümmeln. Draußen in der Sonne. Wo der Verkehr vorbei brandet wie das Meer und es wieder nach Urlaub riecht. Nach Benzin, Urin und ein bisschen nach glutheißem Vinyldach.

Ich glaube, so mag ich es am liebsten.

 

tanzumsauto@träume-wagen.de

Es gibt ja schon merkwürdige Veranstaltungen in Sachen Automobil in Deutschland, aber die Mixtur der „The Vintage Luggage Trophy“ ist wohl einmalig – eine Karawane vom seltenen Klassiker bis zum modernen Supersportwagen zieht im Frühjahr von Hamburg über Dänemark nach Sylt. Die klaren Ziele der Insassen: wohlfühlen, relaxen und zeigen, was man hat

Es gibt schon wieder Champagner. Aber, ganz ehrlich: Man kann sich daran gewöhnen. Das Zeug schmeckt nicht nur, sondern es belebt auch Geist und Körper. Und ein Schlückchen in Ehren geht immer – solange es denn bei einem bleibt, zumindest für den Fahrer. Und man kann auch immer zwischendurch ganz exquisites Essen zu sich nehmen. Zum Beispiel Spargeleis. Oder Hummerschaum. Oder Bohrmaschinen-Karamell. Eisenkrautfumet und Mairitterlinge. „Das hier ist eine Kaffeefahrt auf ganz oberstem Niveau“, sagt ein Teilnehmer, der gerne so inkognito bleiben will wie alle anderen auch. Der Mann hat recht – auch wenn er das Getränk verwechselt.

Start am Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg: Da staunt nicht nur der Straßenkehrer, was es alles für Autos gibt. Im Konvoi geht es dann durch Schleswig-Holstein teils auf Landstraßen nach Dänemark

 

Denn das „oberste Niveau“ bezieht sich nicht nur auf die Köstlichkeiten von Sterne-Köchen, Top-Caterern oder der Feinschmecker-Abteilung des Hamburger Alsterhauses, sondern auch auf die Autos. Und was die Teilnehmer der „The Vintage Luggage Trophy“, die ein erkleckliches Sümmchen für die Tour d’Elegance hinlegen müssen, so mitbringen, ist aller Blicke wert: zum Beispiel ein Monica 560 – ein extrem rarer französischer, viertüriger Sportwagen, von dem nach rund 25 Prototypen zwischen 1973 und 1975 nur etwa zehn Serienmodelle entstanden. Der Versuch eines eigenen Sportwagens stammte vom französischen Industriellen Jean Tastevin, der eigentlich Eisenbahnwaggons herstellte. Die Monica 560 – benannt nach Tastevins Ehegattin und dem 5,6-Liter Chrysler-V8 mit 285 PS – verschwand aber bald darauf aufgrund der Ölkrise und der starken Konkurrenz arrivierter Hersteller.

Zwischenstopp bei einer Reederei für Häppchen und Champagner: ein buntes Allerlei an Automarken gibt sich ein Stelldichein. Danach wird auf Römö gedriftet und die Fähre nach Sylt benutzt

 

Nicht minder interessant die Teilnahme des laut Besitzers einzigen in Deutschland angemeldeten Koenigsegg CCCX, der 1.018 PS dank des mächtigen, aufgeladenen Ford-V8 leisten soll. Genau wie Tastevin träumte auch der Schwede Christian von Koenigsegg schon immer von einem eigenen Sportwagen, doch der Skandinavier ist damit erfolgreicher: Vor kurzem feierte er in seiner Fabrik in Ängelholm den einhundertsten verkauften Super-Schweden.

Noch ein paar Beispiele: Es fahren zwei 4,5-Liter-Cricklewood-Bentley mit, also Vorkriegsmodelle, mit dabei sogar die Nummer 17 vom nur 55 Mal gebauten Blower mit Kompressor. Dessen stolzer Eigner hat hinten einen Kindersitz montiert, schließlich soll das Töchterchen auch noch etwas von der Ausfahrt haben. Und ein McLaren-Mercedes SLR „Stirling Moss“, der nur 75 Mal gefertigten Last Edition der deutsch-englischen Fahrmaschine. Ganze 30 sollen in Deutschland angemeldet sein, auf der Straße sieht man so gut wie nie einen.

Noch nicht exotisch genug? Dann hier noch ein paar Argumente: Aston Martin DB4, Bentley Mulsanne, Morgan 4/4, Ferrari 458 Spyder, Jaguar E-Type, Maserati GranCabrio, Mercedes 190 SL, McLaren MP4-12C, Rolls-Royce Ghost, Rolls-Royce Corniche III, Mercedes 300 SL als Roadster und Coupé, Maybach 57S und eine Armada von Bentley Continental als GT, GTC, Supersports, GTC SS ISR (die sportlich abgespeckte, offene und auf 100 Exemplare limitierte Juha-Kankkunen-Eisrekord-Gedächtnisversion mit 640 PS). Kein Wunder – Bentley sponsort den Altgepäck-Konvoi.

Slalomparcours auf einem gesperrten Parkplatz: Aston Martin DB4 und Mercedes 300 SL beim fröhlichen Umrunden von Pylonen