Das Verlags-Pony erhält einen Maßanzug. Der Mustang GT 5.0 demonstriert am Ende eindrucksvoll, welch vielfältige Möglichkeiten sich bei der Folierung bieten und welchen Grad von Perfektion die Jungs von SEW erreicht haben
Das Verlags-Pony erhält einen Maßanzug. Der Mustang GT 5.0 demonstriert am Ende eindrucksvoll, welch vielfältige Möglichkeiten sich bei der Folierung bieten und welchen Grad von Perfektion die Jungs von SEW erreicht haben Das Verlags-Pony erhält einen Maßanzug. Der Mustang GT 5.0 demonstriert am Ende eindrucksvoll, welch vielfältige Möglichkeiten sich bei der Folierung bieten und welchen Grad von Perfektion die Jungs von SEW erreicht haben

Das Verlags-Pony erhält einen Maßanzug. Der Mustang GT 5.0 demonstriert am Ende eindrucksvoll, welch vielfältige Möglichkeiten sich bei der Folierung bieten und welchen Grad von Perfektion die Jungs von SEW erreicht haben

Christo hat vor fast 20 Jahren den Reichstag in Hüllen und neue Farben verpackt. Ungefähr zur gleichen Zeit kam es in Mode, schwarze Folien in die Scheiben der Autos kleben zu lassen oder das gar selbst zu versuchen. Meistens gab es hier zwei Effekte – niemand konnte mehr rein-, der Fahrer aber auch nicht mehr rausgucken und die stümperhafte Selbstjustiz mit Folien aus dem Baumarkt sah furchtbar aus, warf Blasen und wurde irgendwann vom Viertbesitzer wieder rausgerissen. Andreas und Maikel Ley, die Verpackungskünstler aus dem Norden, können darüber nur lächeln. Sie sind Profis für Folierung und Aufbereitung, verkleben ein komplettes Fahrzeug besser als so mancher Lackierer sein farbenfrohes Werk beherrscht und bringen es ambitionierten Menschen in ihrer eigenen Akademie sogar noch bei.

SEW Design

Fragen Sie Frau 8

„Fragen Sie Frau 8“ – Probleme mit dem Wagen, der Frau oder dem Leben an sich? In dieser Rubrik gibt Wiebke Brauer viele Antworten, mögliche Lösungen – oder einfach ein kleines Stück Hoffnung


Ronald R. per Mail: Ich versuchte neulich mal wieder, meiner Freundin zu erklären, wozu man einen Burnout macht. Hoffnungslos, oder?

Liebe Ronald! Vielleicht hätten Sie mal Ihrer Liebsten mit einem Zitat von Jonathan Liebesman kommen sollen, dem Regisseur von „Texas Chainsaw Massacre“. Der wurde nämlich gefragt, warum er in dem Film diese grässliche Kamerafahrt durch das geräumige Loch eines Kopfes gemacht habe – und seine Antwort lautete: „Weil es geht.“ Wahrscheinlich ist die Geschichte erstunken und erlogen, aber sie ist in meinem Hirn kleben geblieben wie die Gummireste auf dem Asphalt nach einem gelungenen Burnout. Andererseits habe ich den leisen Verdacht, dass der Hausfrieden bei Ihnen mit einer solchen Erklärung nicht unbedingt eingekehrt wäre – wobei sich Horrorfilme bei Frauen ja größter Beliebtheit erfreuen, aber das ist wiederum ein anderes Thema. Bleiben wir also beim Durchdrehen der Reifen, im Stand oder als rollende Version, dem Wheelspin. Wie ich gerade las, ist die – nennen wir es Fahrtechnik zum Erwärmen der Reifen – in Deutschland nicht verboten. Wohl aber „die damit oft verbundene Geräusch- und Geruchsentwicklung“. Allerdings frage ich mich bei dieser Formulierung, wie man einen stillen und stinkfreien Burnout hinbekommen soll – und vor allem, wozu. Ja, es muss lärmen und riechen wie in der Hölle. Das verbrannte Gummi muss auf der Nasenscheidewand brennen und sich wie nasse Asche auf die Zunge legen, der beißende Qualm sich um den Wagen schmiegen wie der Nebel des Grauens und die schwarzen Streifen den Teer zieren wie Kampfbemalung das Gesicht eines Kriegers.

Was übrigens den Geruch angeht – der ist interessanterweise auch bei Computerspielen ein Thema. Schon 2011 wurde berichtet, dass ein Unternehmen an einem Gerät basteln würde, welches bestimmte Düfte während eines Videospiels erzeugen könne. Da stelle ich mir doch sofort vor, nächtelang „Burnout Paradise“ zu spielen, um mich stapeln sich leere Pizza-Schachteln und zerknautschte Red-Bull-Dosen wie bizarre architektonische Entwürfe. Vor mir dünstet von Zeit zu Zeit ein kleiner schwarzer Kasten eine kleine schwarze Wolke aus. Ein Odeur von Benzin, ein Hauch von Gummi, ein Quäntchen Altöl. Feine Rußpartikel legen sich auf meine kalkweiße Haut, ich wanke morgens um fünf ins Bett, der Himmel färbt sich blassrosa, ich stinke wie ein Dragststrip nach einem viertägigen Event. Pervers? Ja. Aber keine ganz reizlose Vorstellung. Vor allem reizvoller als die Idee, ein beduftetes Ego-Shooter- oder Zombie-Game zu spielen. Womit wir erneut beim Horror angelangt wären. Insofern, lieber Ronald, versuchen Sie es doch mit dem Zitat von Jonathan Liebesman. Einen Burnout macht man, weil es geht. Punkt.

Haben auch Sie eine Frage an Frau 8?
Mail an: frauacht@träume-wagen.de

Parallelflug durch das morgendliche Rom: Beide Werks-Spyder bei der frühen Tour Richtung Rennstrecke Vallelunga zur nächsten Sonderprüfung

Dass die Mille Miglia heutzutage die berühmteste Oldtimer-Rallye weltweit ist, wissen die meisten Autofans. Dass es mit Abstand auch das anspruchvollste, schnellste und gefährlichste Rennen mit alten Autos ist, auch wenn es gar nicht gegen die Uhr geht, muss man erleben. TRÄUME WAGEN klemmte sich dazu in das für so eine Aufgabe absolut passende, aber enge Cockpit eines Porsche 550 Spyder

Die digitalen Geschwindigkeitsanzeigen vor vielen Ortseingängen italienischer Dörfer sind schlicht überfordert. Zeigen sie normalerweise Tempi um 50 km/h an, stehen sie jetzt ständig auf 99. Nein, sie sind nicht kaputt, sondern am Anschlag – sie haben eben keine dreistellige Anzeige.

Denn wer hier als Teilnehmer durchjagt, hat weit mehr als 100 km/h drauf – vielleicht abgesehen von schwächeren Autos wie Goliath GP 700 oder Fiat 1100. Und statt dass sich die Bewohner über so viel Unverschämtheit aufregen, signalisieren sie durch Armrudern, Handzeichen und Brüllen: mehr, schneller, lauter!!!! Und die Polizei? Sperrt die Querstraßen ab. Schließlich soll niemand den 830 Verrückten in die Quere kommen, die in 415 Autos drei Tage lang durch Italien rasen. Es ist Mille Miglia.

Start ist in Brescia, wo die Autos im Messegebäude technisch abgenommen werden

Das bedeutet 1.555,24 Kilometer von Brescia über Verona, Ferrara, Ravenna, San Marino, Assisi, Rom, Siena, Florenz, Bologna, Maranello, Cremona zurück nach Brescia; in einer Sollzeit von 30:13 Stunden, inklusive 61 Sonderprüfungen in 16 Blöcken; dabei muss man noch 22 Stempel einsammeln, 38 Ortskerne passieren und 352 Kreisverkehre meistern. Noch Fragen?

Die Edel-Hatz beginnt in Brescia – zunächst sammeln sich die Autos zur technischen Abnahme in der Messehalle der norditalienischen Stadt. Es gießt wie aus Kübeln, keine guten Voraussetzungen für die vielen offenen Wagen der Baujahre 1927 bis 1957. Nur Modelle, die in diesen Jahren die MM mitfuhren, als es noch ein echtes Straßenrennen war, dürfen an der Oldtimerrallye teilnehmen. Ein schwerer Unfall des spanischen Ferrari-Fahrers Alfonso de Portage im Dorf Guidizzola mit insgesamt elf Toren beendete 1957 das Traditionsrennen – und jetzt organisierte erstmals wieder der Veranstalter von damals, der Automobilclub von Brescia, das Gleichmäßigkeitsspektakel, das es seit 1977 gibt.

Brescia vor dem Start: Die Autos können besichtigt werden – wer Schirm oder Dach hat, ist diesmal sehr glücklich

Auch das ist Mille Miglia: Wenn man Pech hat – viel Wasser, wenn man langmütig ist – wenig Platz, wenn man Mechaniker hat – viel Hilfe

 

Liebe Autosiasten,

es gibt manchmal wirklich kaum nachvollziehbare Kommentare von so genannten Oldtimer-Journalisten. Wie vor kurzen in einem deutschen Klassikerheft zur Mille Miglia. Da hackt der Autor auf den Teilnehmern herum, auf den millionenteuren Autos, auf den Veranstaltern. Ein leider perfektes Beispiel für Sozialneid, der den Deutschen gerade in Sachen Auto so oft vorgeworfen und nachgesagt wird. Andere – besonders die Amerikaner – gehen dagegen mit Besitz und Einsatz von höchstexklusiven Automobilen in ihrem Land zum Glück völlig gelassen um.

Wir hatten die Möglichkeit, die „Mille“ zu fahren – in einem 1,5 Millionen teuren Porsche 550 Spyder (ab Seite 14). Natürlich können sich nur sehr Gutsituierte und Hersteller die hohen Startgelder und vor allem das Risiko leisten, dass die meist wertvollen Autos beschädigt werden oder technische Probleme bekommen. Und ja, wer es sich leisten kann, fährt mit einem oder mehreren Supportcars, mit Ersatzteilen, mit Mechanikern. Aber dafür sieht man Autos, die sich sonst nur in Sammlungen und Museen die Pneus platt stehen.

'Editorial TRÄUME WAGEN 06/2013' weiterlesen