Hubraum kann nur durch noch mehr Hubraum ersetzt werden, lautet eine alte V8-Weisheit. Am Besten natürlich Bigblock-Hubraum! Bigblock? Smallblock? Jeder US-Car-Fan kennt die Begriffe, aber was ist eigentlich der Unterschied? Eine Hubraumbesichtigung mit OSCW

Die Chefs von Oldschool Custom Works in Weinstadt: Christian Rühle (links) und Sönke Priebe

Die Chefs von Oldschool Custom Works in Weinstadt: Christian Rühle (links) und Sönke Priebe

Der amerikanische V8-Motorenbau der späten Sechziger und frühen Siebziger ist eigentlich eine simple Sache. Bewährte Konzepte, konservativ angewandt, Variationen auf ein Minimum reduziert. Die Chrysler- und Ford-Konzerne bedienten sich zentralisierter Motorenentwicklung und -produktion für alle ihre Marken, nur GM erlaubte sich noch den Luxus von eigenen Motoren für die jeweiligen Marken des Konzerns.

Eigentlich eine ganz übersichtliche Situation – wenn da nicht die Feinheiten wären. Zum Beispiel: Chevrolets 400-Kubikinch-V8 ist ein Smallblock, Chevrolets 396-Kubikincher hingegen ein Bigblock. Der 400-Kubikinch-Motor aus dem Hause Chrysler aber ist ein Bigblock, und der legendäre 455er-Pontiac ist weder noch. Unter Umständen kommt ein Chevy-Smallblock auf 383 cui, während ein Chrysler-383er ein Bigblock ist.

Der Echte und Einzige: Chevy-Smallblock, meistgebauter Motor der Welt

Der Echte und Einzige: Chevy-Smallblock, meistgebauter Motor der Welt

Früher Smallblock: 283 cui  Chevy, noch mit Öleinfüllrohr vorne

Früher Smallblock: 283 cui Chevy, noch mit Öleinfüllrohr vorne

Der echte Bigblock: Chevrolet 427 von 1966. Bis zu 425 PS aus sieben Litern

Der echte Bigblock: Chevrolet 427 von 1966. Bis zu 425 PS aus sieben Litern

Ich will einen Funracer. ICH WILL EINEN FUNRACER! I C H W I L L E I N E N F U N R A C E R!!!!!
Warum ist so was nur so schwer zu finden? Okay, ich bin völlig versaut von „Super Mario Kart“ für Playsi und X-Box – Fun pur. Und nun habe ich mich echt gefreut auf „F1 Race Stars“ – hätte ja der legitime Nachfolger sein können. Bis zum Erbrechen haben wir damals auf dem Nintendo 64 von der Prinzessin über Luigi bis hin zu Bowser alle über die Strecke gejagt und uns mit Bananen oder Schildkrötenpanzern gegenseitig aus dem Weg geräumt. „Super Mario Kart“ – und auch „Lego Racers“ – ist für meine Freunde und mich quasi die Perfektion eines Funracers, weil diese alten Spiele noch ausbalanciert sind und es zulassen, dass ich durch gutes Fahren und sinnvolles Einsetzen der Power- Ups den Rennverlauf mitentscheide. 

Doch nach dem enthusiastischen Anspielen von F1 Race Stars kommt die Ernüchterung ziemlich schnell: Nein, auch wieder kein Mario-Kart-Ersatz. Power-Ups einsammeln und damit andere Spieler attackieren kenne ich zur Genüge. Schlimmer aber: Nichts klappt. Alle paar Meter fahren uns die automatisch agierenden Computer-Gegner um, schießen uns ab und setzen uns die Blasen zum Kleben bleiben direkt vor die Nase. Zu allem Überfluss können wir nicht driften. Haben wir uns bei „Mario Kart“ noch in engen Kurven durch Querfahren oder Springen wieder zurück auf die Strecke gerettet, fliegen wir bei den „Race-Stars“ aus so ziemlich jeder Biegung, vorausgesetzt wir bremsen nicht auf Mini-Geschwindigkeit herunter. Die Computer generierten Gegner hängen natürlich an der optimalen Spur und ziehen wie Carrera-Slotcars ihre Bahn. Irre aufregend…
Leider scheinen die Entwickler der wenigen neueren „Funracern“ immer mehr auf erstklassige Grafik, überaus aktive Welten und den Namen (wie hier Formel 1) zu setzen. Immerhin gibt es für Kinder tatsächlich so etwas wie eine „Mario-Kart-Kopie“: Das Spiel „Cars“ zum gleichnamigen Film beinhaltet alles, was uns bei den „F1 Race Stars“ fehlt – nur ist hier der Anspruch an den Fahrer nicht sehr hoch und fordert „große Gamer“ nicht wirklich.
Zurück zu „F1 Race Stars“: Dem Spiel fehlt leider auch jegliches Überraschungsmoment. Sicher ist schon mal, dass der mit mir duellierende Computer-Gegner zuerst an den Power-Ups ist. Dann bekommt er auch noch regelmäßig das richtige Mittel, um mich festzunageln: Bin ich hinter ihm, bekommt er eine Blase, in die ich hineinfahren muss. Bin ich vor ihm, zieht er in Höchstgeschwindigkeit an mir vorbei und rempelt mich dabei noch um. Das macht ziemlich schnell keinen Spaß mehr. Richtig frustriert mich aber, dass meine manchmal siegessicher scheinende Führung grundsätzlich von einer Computer-Intelligenz mit Bonbon-Power-up versaut wird. 

Übrigens verzichte ich gerne auf den ganzen Schnickschnack drum herum zu Gunsten der Spielmechanik. Denn was interessieren mich blinkende Gegenstände an der Seite oder wie toll das Wasser aus einem Brunnen springt, wenn ich im Spiel kaum Einfluss auf das Ergebnis habe? Mich interessieren coole Strecken (zugegeben, die gibt es bei den „F1 Race Stars“) und ein nie langweilig werdendes Gameplay (das gibt es eben nicht). Also ab in den Keller mit F1 Race Stars – meinen ganz persönlichen Ansprüchen genügt das Spiel in keiner Weise. Und wenn ich schon ganz unten bin, kann ich auch gleich meinen alten Nintendo 64 holen. Ja, das gute alte „Super Mario Kart“ hat die Latte sehr hoch gehängt.

Etwa zu hoch?

In vielen Young- und Oldtimern sind Bosch-Systeme verbaut. Damit Sie Ihren Liebling eigenständig warten können, bietet die Klassik-Sparte von Bosch seit Ende Februar eine Schulungsreihe an, die Ihnen das nötige technische Wissen vermittelt.

In Gruppen mit maximal 14 Teilnehmern zeigen Fachkräfte und Hersteller der Systeme in praxisnahen Seminaren die richtigen Handgriffe zu D-, K/KE- und L- Jetronic und Bosch-Zündsystemen. Die Trainings beinhalten einen Theorieteil, in dem Funktion und einzelne Bauteile dargestellt werden. Dazu werden Verschleißerscheinungen und Fehlermöglichkeiten sowie Diagnose- und Austauschmöglichkeiten erläutert. Für die praktischen Arbeiten an den Systemen und am Fahrzeug können Kursteilnehmer ihre fahrbereiten Young- und Oldtimer mitbringen.

Die Teilnahme an den eintägigen Fachkursen kostet jeweils zwischen 110 und 145 Euro und ist an den Standorten Kassel, Leipzig, Nürnberg und Hamburg möglich. Weitere Schulungen und eine Erweiterung des Seminarangebots sind ab Herbst 2013 geplant.

www.automotive-tradition.de

Wie der Bentley S1 von Fashion-Ikone John Crittle zu den Beatles kam.

„Apple Corps“ – unter diesem Namen hatten sich einst die Beatles an jungen Unternehmen beteiligt. Ihnen ging es nicht darum, Geld zu verdienen (was bei vielen jungen Gründern sowieso nicht zu holen war), sondern darum, ihren eigenen Reichtum mit Jungunternehmern zu teilen, bevor die Staatskasse davon profitiert.
Der Bentley S1 von 1956 stammte ursprünglich aus der Garage des ehemaligen Modeunternehmers John Crittle und wurde von dem Künstler-Trio BEV in dessen Auftrag bemalt. Crittle kleidete unter anderem Jimi Hendrix, David Bowie, die Rolling Stones und auch die Beatles ein. Kurz vor seinem Tod holte sich der Unternehmer die Band als Investoren ins Boot und verkaufte seine Mode unter dem Namen „Apple Tailoring“ weiter.
Nach einer Neuberechnung der Firmenanteile wurde den Beatles auch Crittles bunter Bentley S1 zugesprochen und zählt seitdem zu dem ehrenwerten Club der „Beatles Cars“. Auf der Internetpräsenz ist die ganze Geschichte des Unikats nachzulesen sowie eindrucksvolle detaillierte Fotos abgebildet.

www.beatlesbentley.com

Liebe Autosiasten,

es hat einen ungeheuren Reiz, nach Amerika zu reisen. Wenn man dann allerdings noch eine ganze Region kennen lernen kann, die sonst wohl kaum zum präferierten Urlaubsziel zählen würde, und dabei entdeckt, dass auch der letzte Winkel noch Erstaunliches bietet, zaubert das ein ganzjähriges Grinsen aufs Antlitz. Wie bei uns: Wir hatten die Möglichkeit, Scottsdale und Umgebung zu erforschen.
Scottsdale? Wo zum Teufel liegt Scottsdale? So haben auch wir reagiert – der Name ist höchstens bekannt als Nebenschauplatz des wunderbaren Films „Little Miss Sunshine“, und die Macher der Serie „South Park“ bezeichnen die 220.000-Seelen-Stadt in der Folge „The Ungroundable“ als „the most horrible, miserable place“. Sie selbst sieht sich dagegen als „westlichste Stadt des Wilden Westens“ und als „Beverly Hills“ von Phoenix – die fünftgrößte Stadt der USA liegt in Rufweite. Und wir durften uns ein eigenes Bild machen.

'Editorial TRÄUME WAGEN 02/2013' weiterlesen

Jahrelang war es ein Ferrari der bei Auktionen das meiste Geld einbrachte, in 2012 heimste aber ein Mercedes 540 K Spezial den Titel „Teuerster Oldtimer“ ein und hängt zugleich die neue Rekordsummen-Latte höher.

Marktbeobachter des Informationsdienstes classic-car-tax haben unter Ausschluss der Verkäufe durch Händler, Privatpersonen und Clubs den teuersten Oldtimer in 2012 ermittelt. Jahrelang beherrschte Ferrari die stetig steigenden Rekordsummen, doch im letzten Jahr wurde das meiste Geld für einen Deutschen Wagen ausgegeben. Für 11,8 Millionen Dollar (etwa 8,9 Millionen Euro) erhielt ein Käufer bei einer Auktion im amerikanischen Pebble Beach den Zuschlag für einen Mercedes 540 K Spezial Roadster aus dem Jahr 1936. Zugleich ist der teuerste Oldtimer in 2012 auch der bisher teuerste Oldtimer, der jemals versteigert wurde.Auf dem zweiten Platz mit etwa 11,3 Millionen Dollar landete der Ferrari 250GT California Spyder LWB, der sich zudem Gesamtsieger nennen darf – zwei weitere Male sind unter den Top Ten (Plätze 4 und 9). Den dritten Platz nimmt ein Ford GT40 Lightweight ein, der für glatte elf Millionen Dollar unter den Hammer gekommen ist. Die restlichen Plätze nehmen ein Bentley „Birkin Blower“ (Platz 6), ein Rolls-Royce Silver Ghost „The Corgi“ (Platz 7) und weitere Ferrari-Modelle ein.

www.classic-car-tax.de

 

Mit einem Aufgebot an Veranstaltungen über das ganze Jahr verteilt und einer „Centenary Edition“ feiert Aston Martin sein erstes Jahrhundert Firmenbestehen.

Im Londoner Stadtteil Chelsea gründeten am 15. Januar 1913 Lionel Martin und Robert Bamford die Autofirma „Bamford & Martin Ltd.“. Mit dem Fokus auf Sportwagen nannten sie das Unternehmen ein Jahr später „Aston Martin“und bauten 1915 das erste Auto.
Die Marke Aston Martin ist seitdem nicht nur aus dem Motorsport nicht mehr wegzudenken, sondern steht weltweit für außergewöhnlich sportive Luxusautos.

2013 feiert der britische Autohersteller ganzjährig seinen 100. Geburtstag: Erster Höhepunkt war die spektakuläre Helikoptershow in Dubai am 15. Januar, wo ein Vanquish auf das Hotel Burj Al Arab geflogen wurde. Die eigentliche Geburtstagsparty wird vom 15. bis 21. Juli in London zelebriert und durch einen 1000-Aston-Martin-Korso ihren Höhepunkt finden.

Speziell zum Jubiläum legt der Autohersteller von jedem bisher verkauften Sportwagen 100 Fahrzeuge als „Centenary Edition“ auf. Unter anderem sind die limitierten Jubiläums-Wagen mit Plaketten aus Sterling-Silber versehen, auf denen die Seriennummer eingraviert ist.

www.aston-martin.de

Das neue „Need for Speed Most Wanted“ ist auf dem Markt. Kommt Ihnen der Titel bekannt vor? – Richtig, den gab es schon im Jahr 2005. Warum jetzt wieder?
EA-Games hatte die Fangemeinde gefragt, welchen Titel sie sich noch einmal wünscht – „Most Wanted“ war most wanted.Das Gameplay ist ähnlich wie beim Vorgänger – und auch nicht. Es gibt keine Menüs oder Lobbies mehr, Sie fahren in einer offenen Welt und düsen mit Hochgeschwindigkeit durch Fairhaven City auf der Suche nach Rennen oder freien Herausforderungen, beispielsweise mit der Polizei.
Vom Camaro ZL1 über den Porsche Carrera S bis zum Lamborghini Aventador LP 700/4 ist für jeden Luxus- und Sportwagen-Liebhaber mindestens ein Traumwagen dabei. Durch die originalgetreuen Fahreigenschaften erleben Sie mit jedem Auto ein anderes Fahrgefühl und passen sich durch den Wechsel des Gefährts optimal den gestellten Renn-Anforderungen an. Das macht wahnsinnigen Spaß und wird nicht langweilig.

Autorennspiele werden sowieso nie langweilig, kann man doch seinen Konkurrenten im Duell platt machen oder der Gruppe zeigen, wo der Hammer hängt. Die Geschichte der von uns so gerne gelenkten digitalen Rennautos reicht bis in die 70er Jahre zurück. Das erste Rennen wurde auf der Videospielkonsole Atari 2600 ausgetragen und noch heute fasziniert die Gamer die Rivalität zwischen dem anderen Fahrer und sich selbst. Wer fährt schneller, wer nimmt die Kurven besser?
Mit der Weiterentwicklung der Autorennspiele kam schließlich die Frage auf, wer den besseren Wagen fährt. Nicht nur die realistischen Fahreigenschaften der Originalautos sind entscheidend geworden, auch das richtige Tuning: Antriebsart, Antriebsverlagerung, Gripstärke und Karosserieteile sollen angepasst werden, um den Wagen noch besser auf die Strecke zu bringen. Mit Tricolor-Lack bis hin zum kleinen Aufkleber auf der Heckscheibe kam Farbe ins Spiel. Diese Individualität brachte die Gamer raus aus den klassischen Rennkursen in offenere Welten, zum Beispiel quer durch die detailgetreu nachempfundene USA. Im neuen „Most Wanted“ sind es ein paar Einstellungen weniger, denn es geht um Freiheit, Konkurrenz, die besten Autos und besonders um Tempo. Auf der Hitliste der Spielgenres muss sich der Autorennspiele-Bereich zwar hinter den Egoshootern anstellen, aber selbst dort kommen die Entwickler nicht ohne aus. So sind im neuen Far Cry 3 Mini-Games eingebaut, in denen sich der Spieler mit Einheimischen einer von Terror eingenommenen Insel auf der Rennpiste duellieren muss.

Bei der Neuvorstellung vom „NfSMW“ in Hamburg schaute ich einer 17-jährigen zu, wie sie immer wieder in Wände oder andere Autos rauschte, zwischen Zaun und Haus festklemmte und sich ziemlich planlos durch die Welt schrottete. Man merkte ihr den Spaß an, aber auch den Ehrgeiz, den sie immer weiter entwickelte und angestrengt versuchte, das Auto unter Kontrolle zu bekommen. Vielleicht hätte ich ihr helfen sollen, den Wagen zu wechseln, denn so ein Ariel Atom 500 V8 mit 500 PS auf leichten 523 Kilogramm ist selbst für erfahrene Gamer schwer im Griff zu halten. Aber es war mir einfach eine Freude, ihr zuzusehen. Auf meine Frage, ob sie oft spiele, sagte sie mit rotem Kopf und leuchtenden Augen: „Nein, das ist das erste Mal. Und es ist richtig geil.“

Eindeutig ein klarer Fall von „Most Wanted“…

 

Sinnvolle Unterstützung für eine weitere Behinderteneinrichtung in Österreich

In Pernitz/Niederösterreich betreut „WEGE zum WOHNEN“ geistig behinderte Menschen. Auch der Sohn von Martina und Günther Kargl lebt seit 2010 in der Einrichtung. Günther Kargl weiß zu schätzen, was dort für sein Kind getan wird und möchte den Bau einer zusätzlichen Einrichtung mit seiner Idee und seinem Können unterstützen: Der Österreicher restauriert für die Behinderten-WG einen Oldtimer, welcher im Frühjahr versteigert wird.

Seine Wahl fiel auf einen Opel Manta der ersten Baureihe – der ist somit 41 Jahre alt. Mit seinem 1,9 Liter-Motor und 90 PS war er damals der stärkste seiner Art. Auf der Webseite der Einrichtung (siehe unten) können Sie die Verwandlung des einst schwarz-gelben Rüsselsheimers mit verformter Nase in einen geglätteten orangen Österreicher mitverfolgen.

Vielleicht ersteigern ja Sie Sich dieses exklusiv für den guten Zweck restaurierte Einzelstück?

www.wegezumwohnen.at

1972 Debüt in Mailand, bis 1984 fast 480.000-mal gebaut

1.6/1.8/2.0, 1975-1981

1.8, 1972-1975

Vor 40 Jahren brachte Alfa Romeo mit der Alfetta eine Limousine auf den Markt, deren progressive Antriebskonfiguration – ein Transaxle-System – die Modelle der Marke für mehr als zwei Jahrzehnte prägen sollte. Das Wortgebilde „Transaxle“ steht für eine Antriebsanordnung, bei der sich das Getriebe im Bereich der angetriebenen Hinterachse befindet. Motor vorn, Getriebe, Kupplung und Differential hinten – das waren und sind bei Automobilen mit Hinterrad-Antrieb die besten Voraussetzungen für eine ideale Gewichtsbalance. Dank dieser nahezu ausgeglichenen Verteilung der nur 1.080 Kilogramm Leergewicht und weiterer progressiver Technologien wie innenliegenden Scheibenbremsen hinten avancierte die Alfetta zu einer der fahrdynamischsten und sichersten Limousinen ihrer Zeit.

Alfa Romeo adaptierte das System auch für den Nachfolger, den Alfa 90 (ab 1974), die kleinere Giulietta (ab 1977), den Alfa 75 (ab 1985)  sowie die Sportwagen SZ (ab 1989) und RZ (ab 1992). In der Neuzeit nutzte die Mailänder Avantgardemarke den Transaxle-Antrieb in Verbindung mit dem 331 kW (450 PS) starken Ausnahmesportwagen Alfa Romeo 8C Competizione.

1.6/1.8/2.0, 1975-1981

GT 1.8, 1974-1976

GTV 2.0, 1976-1980

1.6 GT, 1976-1980

Tanz ums Auto - Auf das Stehvermögen kommt es an

Erinnerungen beim Anblick eines Cockpits aus den Tagen vor der digitalen Revolution

Ich sitze im frostfrei eingelagerten Ford Taunus meines Freundes Örg und kann es kaum glauben. Die Reifen sind schlapp, auf dem Blech steht eine zentimeterdicke Staubschicht und drinnen müffelt es unangenehm – nach Fäulnis und verstaubter alter Zeit. Im Fußraum wuchern Biotope aus vertrocknetem Gras, weihnachtlichen Apfelsinenresten, Sand und herein gewehten Sämlingen (Jahrgang ’94). Aber das Armaturenbrett… Ich hatte so eine absurde Landschaften wie gerade direkt vor meinen Augen schon fast vergessen. Zeugen aus der Zeit, als ich begann, die wahrzunehmen. Es war eine kleine, sorglos verrückte Welt, bevor ich halbwegs erwachsen wurde.

Auf diesem Taunus-Sitz scheine ich für einen kurzen Moment die Welt eines Comic-zeichners zu erleben. Örg hat alles, was seinen Weg kreuzte, auf sein Cockpit geklebt, gesteckt oder geschraubt. Spielzeugautos fahren hin und her, Plastiktiere laufen eine nie endende Safari. Nadeln halten Zettel und Fotos. Ketten, Anhänger und Girlanden sind kunstvoll dazwischen drapiert – eine bunte Welt, wie mit PLAKA-Farbe kreiert: Statt des Sekundenzeigers der Zeituhr dreht sich sogar ein kleiner Rochen aus Plastik.

Alles wirkt wie eine analoge Symbiose aus Kunst und Wahnsinn. Fast wie bei 
Joseph Beuys, dabei ist es nur ein Alltagsauto. So ist Örg rumgefahren, und bei so mancher Polizeikontrolle hat er sich den unangenehmen Fragen der Beamten stellen müssen. Immer wieder. Und alles sieht noch genau so aus wie damals. Nur ein bisschen schimmeliger.

Örg will das heute nicht mehr. Er fährt jetzt Golf, weil der so unglaublich praktisch ist. Auch er wird älter. Und – normaler. Heißt das, die  Zeit der übersichtlichen Armaturenbretter und des Klüngelkrams darauf ist vorbei?

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Es scheint so. Die Autohersteller produzieren immer glattgelutschtere Armaturenbretter, mit integrierten Navigationssystemen, mit Multifunktions-Entertainment-Panels. Plastik sieht wie Plastik aus, und in vielen Fahrzeugen sind Übersicht und Funktionalität vom Design gefressen worden. Wo sich in unseren Flegeljahren die aufgepinnten Relikte befanden, dominieren heute LEDs, Displays und Mikroschalter. Bunte Monitore geben Auskunft über jede noch so unwichtige Befindlichkeit irgendeines Steuergeräts, die dudendicke englische Bedienungsanleitung liegt griffbereit im Handschuhfach. Muss auch, denn niemand kann sich die Dreifachbelegung der mehr als 20 Tipptasten allein auf dem Lenkrad merken. So geht jegliche Intuition im Auto komplett flöten. In einigen Modellen findet man nicht einmal auf Anhieb die Möglichkeit, den Motor zu starten.

Dann doch lieber den Taunus-Tacho mit Kitsch drumherum. Das war bunt und flippig und hat nicht mit halbwichtigen beleuchteten Informationen von dem abgelenkt, was beim Autofahren existenziell wichtig ist: dem Blick auf die Straße. Denn man kann es auch übertreiben mit der Informationsflut. Wenn ich bunte Lichter will, geh ich in die Disco. Wenn ich dafür nicht auch schon zu alt bin…

tanzumsauto@träume-wagen.de

avatar_6Für Benzinköpfe ist nichts langweiliger als der Winter. Oder anders gesagt: Der Winter ist für Benzinköpfe langweiliger als alles andere. Oder anders gesagt… nein, lassen wir das. Aber manchmal passiert ein Wunder.

Es war ein dunkelgrauer Morgen in einem Monat mit „r“, ein Monat also, der sich eigentlich nur dafür eignet, von morgens bis abends im Bett liegend Muscheln zu essen, wenn man der alten Regel glauben will. Leider bot dieser Morgen statt dampfender Muscheln nur einen leichten Nieselregen, eine Temperatur zwischen einem und neun Grad, ein gerüttelt Maß an schlechter Laune und laufender Nase. Kurz vor neun Uhr stand man mit einem mittelmürrischen Gesichtsausdruck und seinem mittelschmutzigen Rad an einer roten Ampel, umringt von schmuddeligen Mittelklassewagen. Ach, wie durchschnittlich konnte das Leben an einem Mittwochmorgen sein.

Und dann geschah es. Von hinten kroch ein Geräusch an das Ohr. Ein raues Krächzen, ein eindeutig unpassendes Geräusch, ein trockener und tiefer Ton. Ich drehte meinen Kopf. Da rollte er langsam heran, keine nennenswerte Geschwindigkeit, aber das hatte er nicht nötig. Es war ein Alfa Romeo 8C Competizione, glänzend wie eine überzuckerte und etwas unreife Erdbeere. Zwei Jahre wurde er gebaut, wie man liest, in einer limitierten Auflage von 500 Stück, etwa 160.000 Euro kostete der Wagen mit dem V8-Motor, den 450 PS und der Höchstgeschwindigkeit von 292 km/h. Eine Karosserie aus Kohlefaser, ein Leergewicht von 1585 Kilo. Ein Fahrzeug wie eine Fata Morgana, so unpassend wie nur was. Als würde mit einem Mal Marlon Brando als Pate durch die Regalreihen von Lidl schreiten und dann ungerührt zwischen Dosenerbsen und Pressfleisch stehen bleiben. Im Smokinghemd mit Fliege, Weste und einer Rose im Revers. Vito Corleone machte einem mitten im Discounter ein Angebot, das man nicht ablehnen konnte. Selbst wenn man Alfa Romeo kritisch gegenübersteht, nicht verstehen kann, warum es attraktiv sein soll, sich „Alfisti“ zu nennen und immer nur die Erfahrung gemacht hat, dass sich diese Kisten in erster Linie durch beschlagene Scheiben auszeichnen – selbst dann musste man in dieser Sekunde vor Ehrfurcht erstarren. Es war nicht die Form – das Design stammt von Wolfgang Egger, damals Leiter des Designzentrums Centro Stile von Alfa Romeo, es waren nicht die Ausmaße – der Wagen wirkt mit seinen etwas über vier Metern eher zierlich und ist einen Deut kürzer als ein 911er. Es war das Geräusch. Ein Geräusch wie offene Tuberkulose, wie wunde Lunge, wie heißer Zigarrenrauch. Trockener Husten. Beiläufig, unanständig, entzündlich, selbstverständlich, ohne dass jemand die Hand vor den Mund hält. Sachte fuhr er an, schlicht langsam von dannen und verschwand mit einem letzten bronchialen Rotzen in der Ferne. Ein rotes hustendes Wunder an einem verdammten Mittwochmorgen. Ein verdammt feiner Morgen war das.