Andacht vor dem Altar

Andacht vor dem Altar

Österreich, die Zweite. Es war gestern definitiv zu viel Auto für eine Geschichte (auch für zwei), also machen wir heute mit den verbliebenen abzulichtenden Boliden weiter. Ich bin noch immer bei Robert Willinger in Dornbirn, dem Mustang-Züchter mit der Miet-Stute, dem Einheizer der sündigen Kraftwerke mit Heckantrieb, dem Zuhälter der pornösen Plüsch-Hot-Rods – und heute dem souverän Gas dosierenden Drag-Strip Piloten und dem Farmer aus den swingenden Fourties. Wie? Was? Na, lesen Sie doch einfach weiter.

Das allererste mal seit meiner Zeit beim DAZ Verlag scheint seit Tagen die Sonne, obwohl ich Fotos machen will. Das war noch nie so. Der Audi V8 auf dem Rastplatz? Diesig. Die Opelsammlung von Marc Kleist? Regen in Hamburg. Adeles Coupé an der Elbe? Nieselregen. Martin Hofmanns Charger an der Oldtimertankstelle Brandshof? Bedeckt, leichte Schauer. Das Taunus Hardtop Coupé in Lüneburg bei Carracho Classics? Wolken und Kälte. Soll ich Ford fahren? Genug gelitten. Seit Montag bin ich unterwegs, seit Montag scheint die Sonne und meine neue Kamera und ich sind schon dicke Freunde geworden. Hallo schöner früher Morgen!

Autobahnkaffee ist wunderbar

Autobahnkaffee ist wunderbar

In Dornbirn bekomme ich auch gleich noch einen weiteren Kaffee, und dann geht es auch schon mit der Arbeit los. Arbeit? Arbeit. Wir haben hier ein Chevy Nova Coupé, ganz leicht umgebaut und seinem Aufgabengebiet angepasst mit einem echten Manko: Es fehlt definitiv der Rückwärtsgang. Also schieben wir ihn raus aus der Halle, wo er schon knisternd und murmelnd auf mich gewartet hat…

Rückwärtsgang? Braucht man nicht.

Rückwärtsgang? Braucht man nicht.

Kein Rückwärtsgang? Nein. Warum auch? Die einzige aktuelle Aufgabe dieses amerikanischen Kleinwagens aus den 60ern besteht darin, möglichst flott aus dem Stand nach vorn zu fahren, und das über eine runde Viertelmeile. Tief liegt er. Dicke dicken Reifen hat er hinten, wo die Kraft sich in den Asphalt graben soll. Und vorn steckt ein Motor im verstärkten Rahmen, der mich ganz stark an meine Matchbox-Autos aus der Kindheit erinnert. Ich hatte einige, da guckte aus der Haube immer noch so ein chromiger Klotz raus. So wie bei Mad Max. Hey – hätten Sie gedacht, dass es so was wirklich gibt???

Der guckt echt oben raus

Der guckt echt oben raus

Und das verrückteste daran: Der Bolide fährt auch! Wer von den Dornbirner Einwohnern noch nicht von unserem Dodge Coronet aus dem ländlichen Frieden vertrieben wurde, der ist hier und jetzt fällig. Diese Maschine hat nur eine einzige Aufgabe: Treibstoff in Bewegung umsetzen. Nicht schön, nicht komfortabel, nicht kompakt. Dazu muss sie im Standgas auch nicht rund laufen, Standgas ist nur was für den Moment kurz nach dem Anlassen. Sie will Vollgas, was anderes kennt sie eigentlich nicht. Willinger stellt hier und da noch ein paar Kleinigkeiten nach, während das Gewitter bockig am Aufziehen ist. Und dann geht es ab auf die Dorfstraße. Aber das ist eine andere Geschichte. Das Heft. Sie wissen ja….. Vielleicht hätte ich mich nicht in direkter Nähe des Motors aufhalten sollen. Himmel macht der einen Krach! So, Kaffeepause, und hier ist auch der auf Facebook versprochene Wuschelhund.

Der Wauwi hält nicht still

Der Wauwi hält nicht still

Welpen sind super. Besonders flauschige und puschelige Welpen, distanzlos, aufgedreht und perma-schlabbernd. Willingers Hund ist erst 4 Monate alt und bringt alle Qualitäten mit, einem das Herz zu brechen. Während der kleine Freund um mich herum, unter mir und auf mir herumturnt (sein Herrchen will das eigentlich nicht aber ich find’s klasse, meine Klamotten sind eh‘ schon durch von dem vielen Rumliegen auf dem Boden vor den Autos) unterhalten wir uns über Autos, alte Autos und alte Autos speziell in Österreich. Im Sommer ist hier in Dornbirn wieder das sehr beliebte US-Car Treffen, vielleicht komme ich ja auch einmal vorbei? Mein Navi kennt ja nun den Weg. So, weiter geht es, der Tag verlief bis jetzt schon sehr ereignisreich, meine Ohren piepen ein wenig wie nach einem Konzert von Meat Loaf… aber da ist noch ein weiteres Auto, was in die Hall of Fame aufgenommen werden soll.

Tramper willkommen

Tramper willkommen

Der Ford Pickup von 1940, dezent (oder auch weniger dezent) zum Cruising-Rod umgebaut, ist seit nunmehr über 70 Jahren unterwegs. Spartanisch, sexy, aktuell ein wenig übermotorisiert und mit liebevoll handgemaltem Tacho. Sonst eigentlich nix, aber mehr braucht es genau genommen auch nicht, um glücklich zu sein. Wir reiten den Laster in den nahe gelegenen Wald und geben ihm noch einmal das Gefühl, ein Arbeitstier zu sein. Zufrieden gluggernd bewegt sich der rostfreie Veteran erstaunlich gemütlich durch die Welt und hat zudem auch noch einen guten Antritt auf der Straße. Mehr braucht es nicht. Nach den Bildern fahren wir wieder zurück ins Dörfchen, wo verschreckte Bewohner sich langsam fragen, wie viele Karren wir eigentlich noch durch ihre Heimat scheuchen wollen.

TRÄUME WAGEN

TRÄUME WAGEN

Ein wunderbarer Wagen. Und man kann ihn sogar kaufen….. Wäre es nicht großartig, mit so einem kleinen Truck bei Aldi vorzufahren und die Wocheneinkäufe lasziv auf die Ladefläche zu werfen? Ha! Mir persönlich fehlte allerdings der Rücksitz, aber ich bin ja mit meinem Passat aktuell auch nicht das Maß der Dinge. Wir sind soweit. Ich habe alles im Kasten. Heute Abend schlafe ich auf der deutschen Seite der Grenze in einem per Internet gebuchten Hotel im Allgäu. Ganz oben in den Bergen. Und da muss ich zunächst einmal hin. Auch heute fällt niemandem auf, dass ich einige Kilometer auf Österreichischen Autobahnen plakettenfrei unterwegs bin, ich beschließe, das aus versehen eingesparte Geld heute Abend in einen Vignetten-Memorial-Landwein umzusetzen. Berge. Jetzt.

Navi Därme

Navi Därme

Wenn auf dem Navi gedärm-gleiche Straßenverläufe auftauchen, bin ich einerseits froh, kein Beifahrer zu sein und andererseits, dass wir nicht in Italien oder Frankreich sind. Da hätte man auch auf den wahnwitzigsten Serpentinenpisten bei reifenquietschenden Geschwindigkeiten noch immer jemanden hinter sich, der vorbei will. Hier auch. Das liegt allerdings daran, dass ich mir Zeit lasse, denn die Kurven sind so verrückt, dass mir sogar am Steuer latent schlecht wird… Aber ich habe ein Herz für eilige. Mit einem TDI älteren Semesters bleibt einem eigentlich auch gar nichts anderes übrig, will man nicht permanent genötigt werden. Ich halte mal an und lasse ein paar ungeduldige Eingeborene vorbei, die auf dem Nach-Hause-Weg zu ihrer inzestösen Familie sind. Und ich finde – Schnee!

Schnee! Es ist Schnee!

Schnee! Es ist Schnee!

Später komme ich in Röthenbach/Allgäu an. Ein Traum in Rosa und Echtholz. Zwei schmale, keusche Einzelbetten, rustikale Bauernschränke, ein rosa Nachttischlämpchen und ein Blick auf den Friedhof und die Kirche. Großartig. Ich kenne einige (vornehmlich weibliche) Menschen, die so eine Einrichtung als den ultimativen Headshot der Geschmacksnerven bezeichnen würden. Mir egal. Ich bin glücklich. Wann ich frühstücken möchte kann ich mir aussuchen, die Wirtin macht mir das dann frisch fertig. Das klingt nach einer anderen Nummer als die Plastikorgie im Etap Hotel Mannheim. Finden Sie es hier gern furchtbar – ich fühle mich wohl. Es ist unfassbar still, von unten dringen leise die fröhlichen Gespräche und das Gläsergeklapper der Gäste und ich komme allmählich zur Ruhe. Und sogar ein W-LAN gibt es hier.

Wenn Sie wüssten, was ich für großartige Fotos mitgebracht habe! Aber die zeige ich jetzt noch nicht, die kommen wie immer dann später in den gedruckten Magazinen. Denn es ist ja ein Roadmovie, ein Making-Of. Morgen geht es nach München zur Katze und ihrem Audi V8. Aber vorher werde ich in meiner rosa Wunderwelt müde und zufrieden einschlafen und … vielleicht noch….. chchch…..

zzzzzzzzzzzzz

tw-sonderheft-titel-2012TRÄUME WAGEN Sonderheft

Auf 100 Seiten lesen Sie die herausragendsten Stories über Autos und ihre Menschen rund um den Globus.

Von Tasmanien mit Walter Röhrl, über Maui, Katar, England, Türkei bis nach Schweden und natürlich Deutschland. Autosiasten zeigen in 12 erstklassigen Drivestyle-Stories exklusiv ihre Beziehung zu automobilem Kulturgut.

Das Sonderheft erhalten Sie ab dem 04.04.2012 für 3,90 € an Ihrem Kiosk oder bestellen Sie es für nur 5,35 € inkl. Versand (Lieferung innerhalb Deutschlands).

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Liebe Autosiasten,

Autos und Uhren – eine Ehe, die schon lange besteht. Deshalb haben wir im vergangenen Heft mit einer Geschichte über Rolex und die Affinität der Marke zu allem, was rollt, begonnen. Aufgrund technischer Umstände konnten wir die Story nicht zu Ende erzählen – was wir mit diesem Heft nachholen. Dabei schlagen wir im zweiten Teil der Rolex-Specials auch ein paar Autos vor, die zu dem jeweiligen Uhrmodellträger passen könnten – genauso wie die Zeitmesser beliebte und nicht ganz billige Typen. Aber: Die Auswahl ist sehr individuell und vom Geschmack des Autors geprägt. Die Diskussion in der Redaktion förderte auch andere Meinungen zutage: Zum Beispiel die, dass eine Rolex auch an den Arm des coolen Fiat-500-Fahrers passen würde…

'Editorial TRÄUME WAGEN 04/2012' weiterlesen

Die erste große Liebe

Die erste große Liebe

Mustang Mach 1, das klingt wie Musik in den Ohren derer, die damit etwas anfangen können. Die Sonderauflagen der Ur-Muscle-Cars vor 40 Jahren sind sehr begehrt, sehr vergriffen (und somit sehr teuer) und zumeist sehr runtergerockt. Weil wir aber auf den Rock’n Roll aktueller Ponys nicht verzichten wollten, haben wir einen nachbauen lassen. Neu. Hochwertig. Blau. Böse. Der steht jetzt endlich bei uns auf dem Hof, scharrt mit den Hufen und wartet darauf, mit uns durch den Alltag und über die Events und Messen dieses Sommers zu blubbern. Gestern habe auch ich ihn erFAHREN dürfen und lasse es mir nicht nehmen, Sie da ein wenig dran teilhaben zu lassen…

Ach steigen Sie doch ein und geben Sie GAS

Ach steigen Sie doch ein und geben Sie GAS

Wir wollen nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Ein klassischer Mach 1 in der blauen Lackierung mit den matten schwarzen Streifen ist ein ganz anderes Auto als unser fabrikneuer GT. Aber alles, was technisch möglich war haben wir in diese Sonderedition einfließen lassen und erleben heute einen ähnlichen Flair wie vor rund 40 Jahren die Käufer der originalen Muskelbude. Die Liebe steckt zunächst im Detail, ich zoom mal ran:

TRÄUME WAGEN  im Drehzahlmesser

TRÄUME WAGEN im Drehzahlmesser

Wer heute einen Mustang GT kauft, setzt sich angenehm vom Einheitsbrei europäischer und japanischer Kleinwagen ab. Er (oder sie) wagt Träume. Das kann man gern zeigen, und deshalb findet sich das TRÄUME WAGEN Logo oder auch nur der Schriftzug in vielen Details des Ford wieder, wie hier im Drehzahlmesser. Um Sie und uns jeden Tag daran zu erinnern, welche Passion wir mit dem Thema Automobil teilen, was uns verbindet. Und das funktioniert markenunabhängig und mit jeder Motorisierung. Ein gewagter Traum ist ein guter Traum!

Das Cockpit der Träume

Das Cockpit der Träume

Wir zoomen raus – angenehm amerikanisch und erstaunlich wertig liegen die analogen Rundinstrumente in ihren Schächten und wollen mich mit Informationen über das Wohlergehen des Fahrzeugs versorgen. Und glauben Sie mir – es ergeht ihm ganz offensichtlich wohl. Das hört man. Im Standgas knurrt und brabbelt schon der V8, aber dazu später. Wenn wir uns noch ein bisschen weiter zurück legen fällt der Blick auf Carbon statt Wurzelholz und auf Edelstahl und Aluminium statt Plastik. Das ist cool…

Echtes Leder mit blauen Nähten

Echtes Leder mit blauen Nähten

Während im Werks-Mustang Kunstleder verarbeitet wird, hat der TRÄUME WAGEN Mustang echtes Leder mit in Wagenfarbe abgesetzten Nähten bekommen. Die Stühle schmiegen sich straff um den Körper und halten mich auch in zügig durchfahrenen Kurven magisch fest. Einen guten Griff bietet auch das BOSS Lenkrad, einmal angefasst will man die Pinne eigentlich nie wieder loslassen! Will ihm sagen, wo es lang geht. Endlich mal.

Können diese Augen lügen?

Können diese Augen lügen?

Die Farbe des Ponys ist an sich schon eine klare Ansage, und selbstverständlich sind auch wie beim klassischen Vorbild die mattschwarzen Streifen und der matte Heckspoiler wieder mit verarbeitet worden. Chrom suchen racingverliebte außen am Fahrzeug vergebens. Die Zeit der Ami-Schaukeln aus den 60ern und 70ern ist heute vorbei, dieser Mustang legt einen wenig dezenten und eher breitbeinigen Auftritt hin. Ohne dabei ins Luden-Image abzusacken, denn nobel ist maximal die Verarbeitung. Der Rest ist pure Kraft – das sieht man, das hört man und das macht echt Spaß!

Fünf Milchtüten in acht Töpfen

Fünf Milchtüten in acht Töpfen

Wenn ich von Spaß spreche meine ich vor allem den 5.0-Liter V8, der mit 412PS nach vorn drückt. Ohne Gnade. Wenn Sie das nicht mögen blättern Sie gern weiter oder fragen Sie Ihren Nachbarn, ob Sie nicht mal den Chevy Matiz aus seinem Carport rückwärts rausfahren dürfen. Das ist ja auch ein Ami. Es kann ja jeder wie er möchte. Hier steht die Nummer 01, verewigt in der Plakette auf der Domstrebe. Und die Kraft kommt aus Benzin, das verbrannt und zur Explosion gebracht wird. In diesem Auto hört man das auch noch!

Velocity Edelstahl Auspuffanlage

Velocity Edelstahl Auspuffanlage

Alles, was Sie über diesen Mustang wissen müssen erfahren Sie, wenn die Wagner-Oper in mehreren Akten aus den Doppelauspuffen tönt. Die Edelstahlanlage von Velocity Parts klingt nicht übertrieben laut, aber kernig brabbelnd und wird uns darüber hinaus auch bei jedem HU Besuch mit einem guten Gewissen belohnen. Wir werden das an anderer Stelle noch einmal in einem kleinen Video mit Sound demonstrieren. Jetzt arbeite ich zunächst noch den ganzen Nachmittag daran, meine Nackenhaare wieder runterzubürsten. Gar nicht leicht.

Felgen mit TW Logo

Felgen mit TW Logo

Hinter den schwarzen Leichtmetallfelgen mit dem TRÄUME WAGEN Logo drauf packt eine verstärkte BREMBO Bremsanlage beherzt zu, wenn die Straße einen Knick macht. Überhaupt ist die gesamte Technik des Mustang GT „TRÄUME WAGEN EDITION“ auf Qualität und Haltbarkeit ausgelegt, um mit dem Kraftpaket auch auf lange Strecke klar zu kommen. Sie können es noch, die Amerikaner. Und wir haben einfach noch ein wenig optimiert, um unseren Traumwagen endlich so fahren zu können, wie wir uns das immer vorgestellt haben.

TRÄUME WAGEN Logo an den Flanken

TRÄUME WAGEN Logo an den Flanken

Für die Detailverliebtheit auch auf der Außenhaut sorgen speziell aus Alu gefräste TRÄUME WAGEN Logos. Sie zieren einmal die Flanken des Ponys und…

Extra angefertigtes Logo am Heck

Extra angefertigtes Logo am Heck

… das Heck, worauf wir besonders stolz sind. Zumal die meisten Verkehrsteilnehmer unseren Mustang vermutlich nur aus dieser Perspektive zu sehen bekommen, außer wir haben ihn auf einer der kommenden Messen an die Leine gelegt und ihm ein Beruhigungsmittelchen gegeben. Er kann ja auch ein ganz braver sein, wenn man ihn lässt. Eine wahrhaftige Reiselimousine mit Platz für vier Personen und Gepäck, und bestimmt steht ihm ein Kindersitz auf der Rückbank auch ganz gut, oder? So. Fahren. Jetzt.

Drive by im Alltag. Hallo Sommer!

Drive by im Alltag. Hallo Sommer!

BROOOOOOOOOOOAAAAAAAAAAAAAARRRRR!!!!! Jaaaaa! Klare Kanten begleiten uns in diesem Sommer durch den Alltag, auf die Messen, zu den Treffen und den Leserautos, auf Fotosafari im nächsten Roadmovie und durch unsere Herzen. Er ist jetzt einer von uns, der nagelneue Ford Mustang GT „TRÄUME WAGEN EDITION“. Was halten Sie von ihm? Sehen wir uns auf einer der kommenden Messen, damit Sie ihn selbst einmal erleben können? Wir freuen uns. Wie Bolle.

Rock on!
Der Mustang im Nebel

 

Troublemaker – Treffen der Generationen 1971er Mach1 – 2012er GT

 

Anfahren üben

Sie möchten unser Pony auch in Ihrem Stall haben?

Weitere Informationen zum 2012 Ford Mustang GT TRÄUME WAGEN Edition erhalten Sie bei
www.mustang-deutschland.de

Ein Österreicher im Ami

Ein Österreicher im Ami

Die Sonne erhebt sich träge und kernfusionierend über dem Horizont des zweiten Tages auf einer Reise durch die Welt der schrägen und schrillen Autos. Gestern war ich noch bei Sportwagen Engel in Andernach und hatte die halbe Nacht meine liebe Not, das Erlebte zu verarbeiten. Heute ist mein Ziel Dornbirn in — Österreich! Vier coole und einzigartige Klassiker. Mein Navi behauptet, das sei irgendwo am Bodensee, man sagt da seien sogar ein paar Berge.

Alles so wie im Prospekt

Alles so wie im Prospekt

Wie dem auch sei – guten Tag Austria! Auf der anderen Seite der Gesteinsmassen spuckt mich der Tunnel in ein sonnendurchflutetes Tal aus, umsäumt von schneebedeckten Bergen. Das Radio im Passat benebelt meine Sinne umgehend mit lokaler Volksmusik, kombiniert mit schlechtem bis gar keinem Empfang. Und schon sind wir da, mein Rudolf und ich. Hinter einem schönen alten Haus eröffnet sich mit einer kleinen Halle ein wahrhaftes Schrauberparadies der ganz besonderen Art…

Mehr als ein Pony im Stall

Mehr als ein Pony im Stall

Hier lebt Robert Willinger, privater Sammler von alten Autos, Schrauber, Ami-Fan und Veranstalter der immer zu Pfingsten stattfindenden US-Car-Show in Dornbirn. Die Mittagssonne beleuchtet schon die ersten Fahrzeuge, wegen denen ich eigentlich hier bin. Eigentlich. Da ist es wieder einmal, dieses alles offen lassende Wort, denn wie auch schon gestern werde ich hinter dem einen oder anderen Hallentor noch weiterer Autos gewahr, die nicht weniger interessant scheinen als die vier auf meiner To-Do-Liste… Nach einer kurzen Führung durch die willinger’schen Gemächer beginnen wir mit einem ’65er Mustang Fastback 350H, an sich schon ein wunderschöner Autowagen. Das vor mir gierig im Standgas vor sich hin schnorchelnde Exemplar ist darüber hinaus noch exakt der ’66er HERTZ Variante nachempfunden. Bis in die letzte Plakette. Der Autovermieter orderte in jenem Jahr 1003 Exemplare dieses Mustang mit verstärkten Bremsen, leistungsgesteigertem Motor und Sonderlackierung, um den geschwindigkeitshungrigen Amerikanern ein handle- und mietbares Muscle-Car unter den rindfleischbulettengeformten Hintern zu stellen. Mit großem Erfolg. Es drängt sich in diesem Fall die lokale Autovermietung in Dornbirn als Fotomotiv regelrecht auf…

Miet me at Midnight

Miet me at Midnight

Das Pony bringt uns nach den Fotos zurück zur Garage, es will dabei mit gut dosiertem Gas bei Laune gehalten werden, weil die Nockenwelle ein wenig heißer ist. Warum habe ich eigentlich keinen Mustang aus den 60ern? Jeder hat einen Mustang. Nur ich nicht. Sollte ich das ändern? Gibt es ein schöneres Auto? Hm. Vielleicht. Nehmen wir diesen Dodge Coronet hier zum Beispiel, Kandidat Nummer zwei für heute.

Keusche Schönheit vor der Kapelle?

Keusche Schönheit vor der Kapelle?

Er kommt aus der selben Zeit wie der Mustang, ist allerdings schneeweiß wie eine Jungfrau, keusch, unbefleckt und rein… beziehungsweise…. nein, streichen Sie das. Willinger hat gerade den Motor angelassen und rollt einmal über den Platz. Die Töpfe, in denen Benzin verbrannt wird leisten wesentlich bessere Arbeit als der abfaulende Auspuff an meinem Passat. Hier spielt ein Verbrennungs-Orchester eine Wagner-Oper für acht Töpfe in Krass-Dur! Diese weiße Schönheit vor der hiesigen Kirche zu parken grenzt an Blasphemie, aber vielleicht merkt es ja keiner. Habe ich den Überrollkäfig im Innern des Dodge erwähnt? Nein? Ich war wohl abgelenkt.

Spieglein Spieglein...

Spieglein Spieglein...

Und schon wieder können wir den Verfasser im Rückspiegel erblicken. Das hat System, denn in diesem Making-Of verwende ich das Material, was Sie in den späteren Berichten nicht zu sehen bekommen werden. Der Coronet kniet mit seinen dicken Slicks tief in der Straße und schreit alle an, die sich nach ihm umdrehen. Er will auf den Strip. Doch heute darf er noch nicht. Ist er schöner als der Mustang? Das ist Geschmackssache, und Sie können ihn ja nicht einmal ganz sehen. Mein Herz schlägt nicht mehr ausschließlich für einen grünen Passat, ich werde untreu. Wenn auch nur in Gedanken. Und die sind immer noch frei, oder?

Alltag in Autos

Alltag in Autos

Zurück in den Hallen der Unvernunft hinterlassen wir eine verstörte Gemeinde am Bodensee. Ungläubig blickende Dorfbewohner laufen verwirrt durch die Straßen, in denen noch der Geruch von unkatalysiert verbranntem Benzin hängt. Die Kirchenglocken läuten. Dabei haben die noch nicht den Chevy Nova Street Racer gesehen oder gehört. Oder den 1940er Ford Pickup. Aber dazu morgen mehr. Heute genügen meine Eindrücke, die SD Speicherkarte in meiner Kamera hat erhöhte Temperatur und der Akku würde gern einen Happen zu Abend essen. Doch bevor wir eine verdiente Pause machen stromer ich noch ein bisschen zwischen den anderen Autos hindurch, die ich gar nicht auf der Rechnung habe. Weil sie hier zum Alltag gehören, so wie dieser voll ausgestattete Mustang (der sogar einen original Kleenex-Halter für die Dame unter dem Armaturenbrett hat) oder der dahinter stehende ’63er Käfer, den Frau Willinger fährt. Savoir vivre. Hier und jetzt. Argh! Und was ist das da vorne gelb schimmerndes?

Sündige Gedanken in Plüsch!

Sündige Gedanken in Plüsch!

Ich komm hier einfach nicht weg! Abschließend für heute lasse ich mich noch im Vorbeigehen von dem ’37er Chevrolet Coupé blenden, einer so derart klaren Liebesansage an die Hot Rod Community, dass man weinen möchte! Neunzehnhundertsiebenunddreißig, meine Damen und Herren. Das Ding ist noch vor dem zweiten Weltkrieg gebaut worden! Und es sieht aus wie eine schillernde Diva, die einfach nicht altern will. Ein Kompressor im Heck pumpt das Fahrwerk ein bisschen nach oben, damit dieses Meer aus Blech und Plüsch überhaupt rollbar ist. Nein. Neiiiiiin wir müssen für heute endlich mal Feierabend machen, wie soll ich denn sonst heute Nacht Schlaf finden???

Retrospektive

Retrospektive

War ich nicht gerade noch am Rhein und habe mit in einem SLR Frühlingsinsekten ins Gesicht wehen lassen? Lümmelte ich nicht eben noch auf dem kommoden Gestühl eines Stutz vor der Kulisse einer süddeutschen Burg? War das erst gestern? Mit einem Gläschen Rotwein aus einheimischer Produktion in der Hand lasse ich die Bilder von gestern und heute am Abend noch einmal Revue passieren. Wenn ich mein Gehirn wieder ein wenig aufgeräumt habe, kommen noch zwei weitere Kracher und der Wuschelhund dran. Ich bin sehr auf das Frühstück gespannt. Ach nee, ich hab ja gar keins gebucht. Na – schauen wir einmal, was die Tankstellen auf dem Weg so anbieten, schließlich ist es ein Roadmovie…

To be continued.

Der Benz aus der Kiste – 20 Jahre war der 280 C in einem dunklen Holzsarg eingesperrt – Adele befreite ihn, und zusammen genießen sie nun die Freiheit

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Oldtimer machen glücklich – so ein Lächeln werden Sie selten im Gesicht eines Kleinwagenfahrers sehen…

Dem Tag fehlt Farbe. Es ist typisches Hamburger Winterwetter: grau mit einem bisschen fahlen Grün. Und der Wagen, der da hinten langsam den Deich herunter fährt, passt sich der Szene mit seiner Lackierung nahtlos an. Aber seine Form hat etwas Besonderes: groß, lang, aber nur zwei Türen. Er wirkt gleichzeitig ein bisschen gedrungen und durchaus erhaben. Am Wasser stellt der Chauffeur den sanft gluggernden Motor ab, die Fahrertür öffnet sich.

Von wegen Chauffeur: Eine junge Frau entsteigt der Behaglichkeit des Interieurs, und schlagartig zieht Farbe in das Bild ein: ihr roter Mantel und ihre quietschroten Haare geben dem Tag Farbe.

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Vom Garten ins Wohnzimmer

Adele klettert normalerweise als Selbständige jeden Tag wie ein Eichhörnchen mit einer Kettensäge auf hohe Bäume und macht sie dem Erdboden gleich. Und wenn sie mal nicht ihren männlichen Kollegen zeigt, wie man einen richtig großen Baum fällt, pflügt sie kreativ durch norddeutsche Gartenanlagen und Parks. Den grünen Daumen hat sie in einer entsprechenden Ausbildung perfektioniert, den Hang zum Gasgeben lebt die Lady nicht nur an der schreienden Motorsäge aus. Im Alltag aber bewegt sie einen Mercedes-Benz C123 280C – und das fehlende E hinter dem C bedeutet, dass es sich dabei um die sehr seltene Version mit einem riesengroßen Doppelvergaser anstatt einer Einspritzanlage handelt: Nur 3.700 Stück wurden gebaut.

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Unter der zeitlos eleganten Form werkelt ein brachialer Reihensechs-zylinder mit Doppelvergaser

Gegen Langeweile

Es war dieser sehr seltene und klassische Fehler bei der Aufgabe einer Kleinanzeige, der Adele zu diesem sehr seltenen und klassischen Automobil verhalf. Sie war schon länger auf der Suche nach einem Alternativauto zu ihrem T3-Bulli mit 55-PS-Saugdiesel und Anhängerkupplung, der für den Transport ihrer Gartengeräte und den Abtransport von allerhand Gerodetem zuständig ist – gut für den Job, aber im Alltag ein wenig langweilig.

Da musste ein zweiter her, etwas fürs Wochenende. Und durch Zufall stolperte Adele im Internet über das 1978er Coupé, für das sich niemand zu interessieren schien. Warum auch, der Vorbesitzer hatte es aus Versehen in der Rubrik „C-Klasse“ eingestellt, wo die Zielgruppe erwartungsgemäß eine ganz andere ist. Ihr Freund hatte auch schon mal einen Daimler der Baureihe W123, also sind ihr die barocken Formen bereits vertraut. Und sie verliebte sich spontan.

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Holz trifft auf Mechanik: Klassische Stilelemente, die man in jedem Mercedes an den gleichen Stellen wiederfindet
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Kommodes Gestühl im Raumgleiter, Wohnzimmeratmos-phäre inklusive

Eingesargt

Der gediegene Mercedes gehörte einem alten Viehbauern im ostfriesischen Leer. Der gönnte ihm damals direkt nach dem Kauf einen Veedol-Rostschutz-Impfpass und bewahrte den Benz somit sehr sorgsam vor der damals üblichen, schnell angreifenden braunen Pest. Schon nach wenigen Jahren war der Herr zu alt zum Autofahren. Verkaufen wollte er den Daimler allerdings nicht.

Er lagerte ihn allerdings auch nicht einfach so ein, um dann ein klassischer Scheunenfund zu werden, den nach 20 Jahren irgend jemand unter einer zentimeterdicken Staubschicht ausgräbt. Nein, der vorausschauende Viehbauer zimmerte um seinen Mercedes herum eine absolut dichte Kiste aus massivem Holz, gleich einer überdimensionalen Zeitkapsel, in der das Fahrzeug trocken und geschützt mehr als 20 Jahre eingeschlossen seinem Schicksal entgegen dämmerte.

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Oldtimer machen glücklich – so ein Lächeln werden Sie selten im Gesicht eines Kleinwagenfahrers sehen…

Und nun brauchten die Enkel wohl Geld, der Wagen musste die bequeme Kiste verlassen. Mit Urvertrauen, einem Lächeln auf den Lippen und frischen Kurzzeitkennzeichen unter dem Arm stand die kleine, rothaarige Garten- und Landschaftsbauerin vor knapp einem Jahr also im ostfriesischen Leer. Das Auto strahlte fast genau wie sie…

Meer aus Plüsch

Mit frischer Luft auf den Reifen und rundherum gecheckten Flüssigkeiten lief der vergaserbefeuerte Reihensechszylinder wieder seidenweich. Im Innenraum präsentierte sich ein cremefarbenes Meer aus Plüsch und Wurzelnuss-Holz, leicht getrübt durch den Muff von zwei Jahrzehnten, den die klimaanlagenfreie Lüftung hervorschaufelte. Ein bisschen Rost blühte hier und da auf, die Wagenheberaufnahmen waren angegriffen und im Unterboden schienen ein paar kleine Löcher zu sein. Wen kümmerts? Adele lebt mit einem der begnadetsten Blechkünstler Schleswig-Holsteins zusammen, und was sie nicht selbst wegschrauben kann wird er schon richten.

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Das lückenlos ausgefüllte Kundendienstheft erzählt eine lange Geschichte

Seitens der Verkäufer wurden ihr die üblichen, preistreibenden Geschichten aufgetischt: „Da sind jetzt heute noch drei Leute unterwegs nach Leer, die nehmen ihn jeder sofort mit, falls Sie den nicht kaufen wollen…“ Na klar. Adele schmunzelte in sich hinein und verhandelte trotzdem über den ohnehin schon unverschämt günstigen Preis – mit Erfolg. Für den groben Gegenwert von vier Kaltmieten einer Dreizimmer-Altbauwohnung in Hamburg-Altona wechselte der Klassiker den Besitzer. Auf eigener Achse fuhr sie das geschmeidige Coupé mit den zaghaften 156 PS quer durchs Land nach Hause und ließ sich nicht davon ärgern, dass sie beim originalen Becker Mexico alle zehn Kilometer den Sender manuell neu einstellen musste…

Billig durch den Alltag

Seit dem läuft und läuft er und wird nicht müde. Das H-Kennzeichen hat der alte Sternenträger mühelos bestanden, ist seine Seele doch weitestgehend unverbraucht und originalbelassen. Aus vielen Ritzen dringt noch immer das Hohlraumwachs nach außen, und auch der gesamte Motorraum ist mit einer matten, konservierenden Schicht überzogen. Das ist nicht ansehnlich, aber die Jagd nach dem Pokal für den schönsten Mercedes liegt Adele sowieso fern. Sie will nicht auf Treffen fahren. Sie will einfach nur ein wunderschönes, altes Auto im Alltag bewegen, eine klar konturierte Alternative zu den zahl- und gesichtslosen Koreanern und Japanern mit ihren Knubbeldesigns und Plastikorgien.

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Prost mit Astra: Auf Hamburgs Kiez St. Pauli ist der Mercedes gut aufgehoben

Und die Kosten? Die sind erstaunlich moderat, dank der historischen Zulassung belaufen sich die Fixkosten auf 171,00 Euro Steuern und 160,00 Euro Vollkaskoversicherung – im Jahr. Das sind pro Monat gerade einmal rund 25,00 Euro – da fällt es nicht so sehr ins Gewicht, dass der gewaltige Solex-Doppel-Register-Fallstromvergaser nicht immer wirklich genügsam das gute Super dosiert. Zwischen zwölf und 15 Litern verbrennt das Coupé, darunter geht nichts. Aber zur Not wartet ja noch immer der Diesel-Bulli auf seinen Einsatz…

Wir flüchten vor dem Grau da draußen in den alten Elbtunnel, der heute angenehm leer ist. Inmitten der dezenten Farben des Daimlers und der unwirklichen Kachelwelt unter dem großen Fluss wirkt die selbstbewusste Frau wie ein fröhlicher Paradiesvogel.

Dass sie sich nicht mit Einheitsbrei abspeisen lässt, ist schon mit bloßem Auge zu sehen. Aber auch Extravaganz ist ihr fremd —  für den W123 sind noch alle Teile beim freundlichen Händler um die Ecke zu ergattern. Und was da zu teuer ist, findet sich oft beim Verwerter oder in den vielen Onlineportalen für kleines Geld. Dort bekommt man auch umfassende und freundliche Hilfe, wenn einmal eine Reparatur ansteht, zu der das konkrete technische Wissen fehlt.

Selbst schraubt die Frau

Diese Option muss Adele allerdings selten ziehen – sie legt schon lange selbst Hand an ihre Autos. Hin und wieder geschieht das auch in Hot Pants und Netzstrumpfhosen, warum soll sie denn beim Schrauben nicht auch sexy aussehen? Sie nickt und lacht. Aber das tut sie eigentlich immer – kein Wunder, bei diesem Auto.

Adele genießt im Alltag die üblichen Szenen, wenn sie an einer Ampel steht oder an der Tankstelle anhält – besondere Blicke, wohlwollendes Kopfnicken. Ein Youngtimer eint auf magische Weise die betrachtenden Personen – dabei spielt es keine Rolle, ob sie einmal so einen hatten, so einen schon immer haben wollten oder so einen niemals haben werden. Alte Autos machen nicht nur die Fahrerin glücklich, sondern hinterlassen auf ihrem gesamten Weg durch den Tag fröhliche Menschen.

30 Jahre und nicht müde

Fragen zum Auto beantwortet Adele gerne. Ihre Geduld und Entspannung kommen nicht von ungefähr: In diesem Benz klappert selbst nach 34 Jahren nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts. Die Automatik legt die Fahrstufen fast unmerkbar ein, die elektrischen Fensterheber sirren monoton und kraftvoll und bewegen die gewächshausgroßen Seitenscheiben mühelos rauf und runter. Die kleinen hinteren Coupéfenster sind ebenfalls versenkbar, allerdings klassisch mechanisch. Erst wenn sie auch unten sind wird  dem Betrachter die makellose Linienführung dieses Mercedes vollends bewusst.: Ein Coupé darf einfach keine B-Säule haben. Das ist heute nicht allen Automobilherstellern klar.

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Derart von zuverlässigen, intakten und vorwiegend mechanischen Helferchen umgeben, kehrt bei jeder Tour eine sagenhafte Grundruhe ein. Die vielgepriesenen Sofasessel mit der Federkernseele hat Adele bei einem Sattler, der den originalen Stoff noch besorgen konnte, neu aufpolstern lassen. Sie sitzen sich wie im Neuwagen, als ob während der vergangenen 170.000 Kilometer niemand hier jemals Platz genommen hätte.

Ihr Freundeskreis, eigentlich eher in alten Magirus-Lkw, Büssing-Bussen und ausgebauten T3 unterwegs, hat den Beau inzwischen ebenfalls als ihren ständigen Wegbegleiter akzeptiert. Und die Preise steigen. Im aktuellen Zustand dürfte dieser letzte seiner Art inzwischen das dreifache seines damaligen Kaufpreises wert sein. Vergleichen Sie das einmal mit dem Wertverlust an einem neuen Auto…

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Das geht noch immer durch die Ohren. Original Becker-Autoradio ohne RDS


Ein Auto mit Historie

Die farbenfrohe Lady muss bald wieder weiter, es bleibt gerade noch Zeit für ein kaltes hanseatisches Bierchen und einen Blick auf die Dokumentationen eines langen Autolebens: Das lückenlose Scheckheft (abgesehen von der Pause in der Kiste), die Einfahrvorschriften für die ersten 1.500 Kilometer, der Korrosions-Impfpass und das Kundendienstheftchen. Neben Bedienungsanleitungen zeigt uns die Zweitbesitzerin auch die Garantiekarte und die Kurzbeschreibung des originalen Becker-Radios. Das soll drin bleiben, auch wenn RDS heute sehr entspannend ist.

Mit einem letzten Lächeln gleitet Adele auf den Fahrersitz des alten Herren, legt die erste Fahrstufe ein und winkt noch einmal aus dem trotz beginnenden Regens noch immer weit geöffneten Schiebedach…

78er Mercedes-Benz C123 280 C (Coupé)
Motor: Reihen-Sechszylinder
Hubraum: 2.746 ccm
Leistung: 156 PS
Drehmoment: 223 Nm bei 4.000 Umdrehungen
Getriebe: Viergang-Automatik
Bremsen: Scheibenbremsen rundum
Gewicht: 1.505 kg
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
Sprint: 0 – 100 km/h:10,5 s
Bilder: Jens Tanz

Abenteurer sind meistens unterwegs, und die Chrysler-Marke DeSoto gibt es schon lange nicht mehr – Gründe genug, mit einer tollen Replik an das Ur-Modell zu erinnern

am012012_7041_desoto_00Der Geschmack von Freiheit und Abenteuer? Nicht nur in der Zigaretten-Werbung kam das gut an. Die Chrysler-Tochter DeSoto hatte sogar ein Modell namens „Adventurer“ – eben „Abenteurer“ – im Programm.

Ob Indiana Jones oder Captain Jack Sparrow – Abenteurer stehen ganz oben in der Gunst des Publikums.Und das nicht erst in neuerer Zeit, wie klassische Heldendarsteller – zum Beispiel  Errol Flynn oder Tyrone Power – beweisen. Was lag also näher, das Genre für die Automobilbranche zu benutzen? Gerade in den 50er-Jahren, der Zeit des allgemeinen Aufbruchs und der positiven Stimmung, kam das gut an.

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Das Holz des Cockpits ist nicht original, aber schön

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Bis auf das Holz wurde die spezielle Adventurer-Innenausstattung perfekt reproduziert

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Das Boot wurde entsprechend angepasst, wenn auch etwas schlichter ausgestattet

Den Grundstein für sein Autoimperium hatte der Ex-Buick-Boss Walter P. Chrysler 1925 mit der Gründung der Chrysler Corporation (eigentlich eine Umbenennung der Maxwell-Briscoe Company) gelegt. 1928 folgte er dann dem Vorbild von General Motors und gründete mit drei zusätzlichen Marken einen Konzern: Während Chrysler die Luxusklasse bediente, deckte Plymouth die Einstiegsklasse in direkter Konkurrenz zu Ford und Chevrolet ab, DeSoto war für die untere Mittelklasse zuständig; Hernando de Soto, der berühmte spanische Konquistador und gewissenlose Eroberer Südamerikas, diente dabei als Namenspate.

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Tolles Gespann: Adventurer-Replik mit Boot

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Der Motorraum wurde etwas modernisiert

Außerdem wurde die seit 1900 bestehende Dodge Brothers Company übernommen, die Dodge-Modelle wurden zunächst oberhalb von DeSoto positioniert; 1933 tauschten die beiden dann ihre Plätze innerhalb der Markenhierarchie. 1955 kam „on top“ noch Imperial dazu, so dass man wie GM und Ford die gesamte Bandbreite vom Luxus- bis zum Einstiegsmodell abdeckte: Imperial, Chrysler, DeSoto, Dodge und Plymouth. Die Geschichte der Marke DeSoto endete 1960, nach insgesamt 2.024.629 produzierten Autos, sang- und klanglos mit einer abrupten Einstellung – ähnlich unrühmlich wie das Leben des Namensgebers, der 1542 verloren in den Sümpfen Floridas an Fieber starb…

Edles Understatement
Angesichts des Gehörten ist es eigentlich verwunderlich, dass der Name Adventurer erst 1953 das erste Mal auftauchte. Und zwar an einem von Ghia in Italien anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums gebauten DeSoto-Show-Car. 1954 folgte dann der Adventurer II, ein ebenfalls von Ghia gebautes Show Car. 1956 gab es den ersten Serien-Adventurer, ein nur als zweitüriges Hardtop erhältliches Sondermodell, 1957 kam dann zum Coupé noch ein Cabrio dazu. Der Adventurer war jetzt ein Performance-Modell, ähnlich den Chrysler 300 „Letter Cars“, und wurde nur in äußerst geringen Stückzahlen gebaut, vor allem die Cabrios: nur 300 Exemplare von 117.514 DeSoto insgesamt im 57er-Modelljahr.

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Überall tolle Details, so wie hier am Boot

Den Adventurer konnte man in vier Farbvariationen kaufen: Schwarz mit goldenem Dach und goldenen Einsätzen unterhalb der Zierleisten, goldfarbig mit schwarzem Dach und schwarzen Einsätzen, Weiß mit goldenem Dach und goldenen Einsätzen oder goldfarbig mit weißem Dach und weißen Einsätzen. Die Schriftzüge und Radkappen sowie der Grilleinsatz waren dabei immer golden eloxiert. Aus 345 ci Hubraum (ca. 5,7 l) leistete der Hemi-Motor 345 PS, also ein PS pro ci, genau wie der berühmte 57er-Chevy-FI-Motor, allerdings ohne dass man damit so angab wie bei Chevy.

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Den Adventurer gab es sowohl in Weiß-Gold…

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...als auch in Gold-Weiß - eine Frage des Geschmacks

Übrigens waren beide nicht die ersten US-Serienmotoren mit einem PS pro ci, wie immer wieder fälschlich zu lesen ist. Diese Ehre gebührt dem „Letter Car“ Chrysler 300 B von 1956, der hatte sogar 355 PS aus 354 ci. 1960 wurde, angesichts der drohenden Pleite, die Autopalette drastisch zusammengestrichen und der Adventurer zur normalen Modellreihe degradiert. Es nützte nichts: Am 30. November 1960 – nur 47 Tage nach der Vorstellung der 61er-Modelle – gingen bei DeSoto endgültig die Lichter aus.
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Eine fast perfekte Replik
Das auf diesen Seiten vorgestellte Auto, das von der renommierten Firma RM Auctions für „nur“ $ 110.000 versteigert wurde, ist allerdings kein echter Adventurer, sondern eine Replik auf Basis eines Firedome, was auch den relativ niedrigen Preis erklärt. Bis auf die Räder ist sie optisch perfekt gelungen. Selbst die spezielle Adventurer-Innenausstattung wurde nachgefertigt, wenngleich es das schöne Holzarmaturenbrett original nicht gab. Nicht original ist auch das GM-TH-700-Getriebe, genau wie die moderne Luftfederung und der servounterstützte Zweikreis-Hauptbremszylinder.
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Auch beim Motor wurde nachgebessert, unter anderem mit zwei Edelbrock-Vergasern, elektronischer Zündung und Drehstromlichtmaschine, genau wie mit Zubehör-Luftfilter und -Ventildeckeln. Also nicht unbedingt etwas für Originalfetischisten, aber trotzdem klasse. Der Knaller ist natürlich das passend gestylte „Duofoil Flying Fish“-Boot aus den späten Fünfzigern, mitsamt Mercury-Außenbordmotor, das voll funktionstüchtig ist. Dickschiff ahoi!

DeSoto Adventurer 1957
Motor: Grauguss-V8, zentrale Nockenwelle
Verdichtung: 9,25:1
Bohrung x Hub: 96,5 x 96,5 mm
Hubraum: 345 ci / 5,7 l
Leistung: 345 PS
Drehmoment: ca. 530 Nm
Gemischaufbereitung: zwei Edelbrock-Vierfachvergaser
Radstand: 3.200 mm
Länge/Breite/Höhe: 5.390/1.986/1.488 mm
Antrieb: Hinterrad
Kraftübertragung: Viergangautomatik TH 700
Vorderradaufhängung: obere Dreieckslenker und untere Einfachlenker mit Schubstreben, Luftfederbälge
Hinterradaufhängung: Starrachse, Luftfederbälge
Bremsen: Trommeln rundum, Bremskraftverstärker
Reifen: original: 8.50-14, heute:Weißwandreifen 225/75-15
Stückzahl: 300 (Cabrio)
Neupreis 1957: 4.272,- Dollar
Infos: RM Auctions, www.rmauctions.com
Bilder: Darin Schnabel für RM Auctions

Frau 8Viele Autos, viele Kerle, große Augen und kleine Kameras. Auf der 24. Techno-Classica Essen tummeln sich mal wieder die Massen zwischen Mustangs, Maseratis und Minis. Gibt es eigentlich den typischen Messebesucher? Die Antwort lautet: Jein.

 

Ein zum Sterben schöner Ford Shelby GT500 Super Cobra Jet von 1969, auf dem türkisfarbenen Lack spiegelt sich das Licht. Menschen bleiben stehen, zücken ihre Kameras, fahren Stative aus, laufen sich gegenseitig ins Bild, gehen weiter. Ein giftiggrüner Capri, ein umbrafarbener Porsche, ein zum GTO-Coupé umgebauter Midas Mini, ein Cobra auf einem mehrachsigen Citroën. Pins, Aufkleber, Prospekte, Bücher, Ledertaschen, Pflegemittel. Bei Mercedes ein Ur-300 SL von 1952 und ein Rallye-500 SL der Baureihe R 107. Ein paar Hallen weiter ein Horch, endlos lang, schimmernd, blitzend, ein imposantes Ungetüm aus grauer Vorzeit, die Scheinwerfer groß wie Kürbisse. Ein Wust von Ständen und Gängen, sanftes Gedrängel und geduldiges Geschiebe. Über 175.000 Besucher sollen es wohl insgesamt sein.

In den Innenhöfen und Freiflächen reihen sich SLs und Porsche-Modelle in allen Formen und Farben aneinander. Amerikaner. Europäer, Exoten. Hier und da mal ein Käfer, ein Golf oder auch zwei, ein VW Bully, dazwischen ein Rolls-Royce. Ein bisschen verloren sieht er aus, ein wenig verblasst wirkt die Glorie.

Und überall: Männer. Besucher einer Fitnessmesse sehen anders aus, doch das war es auch schon mit allgemeingültigen Aussagen. Auf der Techno Classica in Essen findet sich jede Baureihe der Spezies Mann. Männer mit Schnurris. Männer ohne. Gemütliche Exemplare mit dicken Bäuchen. Sehnige Varianten ohne. Modisch geht alles und nichts. Männer mit Jeans. Bundfaltenhosen. Gebügelte Maßhemden, rote Hosen, ein Sherlock-Holmes-Hut, dazu etwas Tweed und von Hand genähte Schuhe. Männer mit Glatze, Halbglatze, Matte, Strähnchen. Schnösel mit kleinen Tragetüten von Porsche. Holländer. Franzosen. Italiener und Briten. Männer mit einem Bier in der Hand, auf der Zunge ein bisschen Fachjargon, im Schlepptau eine schicksalsergebene Ehefrau. Wer sind diese Kerle? Fahren sie alle einen Oldtimer oder schnüren sie in ihrem acht Jahre alten Mittelklassewagen mit Metalliclackierung durch den Pott? Man weiß es nicht.

Ein älterer Mann schiebt sich durch die Menge, er trägt eine braune Cordhose und eine Strickjacke. Darüber ein Blouson aus besseren Zeiten in einer undefinierbaren Farbe. Um seinen Hals hängt ein zitronengelber Jutebeutel mit Firmenaufdruck, offenbar eine Messe-Trophäe. Keine Frage, der Mann ist ein Relikt und damit so kostbar wie die Oldtimer, an denen er vorbei schlurft. Vielleicht steht vor den Toren der Messehallen sein Kadett, den er seit Jahrzehnten hegt und pflegt. Vielleicht ist er mit dem Bus gekommen. Aber eigentlich ist es egal. Denn der Mann träumt von Autos. Von besseren schlechteren Zeiten, von Beschleunigung, Motoren und Fahrtwind. Wie alle hier.

 

Mehr Impressionen und Eindrücke finden Sie in der nächsten “AUTO MOBILES – TRÄUME WAGEN“. Das Heft Nr. 04/2012  erscheint am Freitag, den 30.03.2012

 

Ein paar 1000 Kilometer auf Fotosafari

Racing am Rhein

Racing am Rhein

Ich werd‘ ja auch nicht jünger. Allerdings verliere ich die eine oder andere Macke anscheinend nicht, so auch die nicht aufhören wollende Lust an Verbrennungsmotoren und das sie umgebende Blech. Am Gas geben, am Sound von großvolumigen Mehrzylindern und am Fahren. Stundenlang. Gern auch mal einen ganzen Tag. Sehr gern auch mal mehrere verrückte Tage hintereinander, um genau zu sein sind es diesmal fünf davon über eine Gesamtstrecke von 2700 Kilometern. Ich bin der jugendliche schlimm bemützte Typ links im Bild, neben mir sitzt und fährt Herr Engel den brutalen Mercedes-Benz 300 SLR von 1957. Was ist hier los?

Zwischen Landschaft und Luxusautos

Zwischen Landschaft und Luxusautos

Ich bin unterwegs auf TRÄUME WAGEN Safari! Neue Kamera, neue Ziele für neue Artikel im Rheinland, in Österreich und in München und liebenswerte, interessante Menschen mit ihren Autos. Heute beginnt die Reise in Andernach, was ich ohne Vorbereitung als Handelspunkt von Sportwagen Engel vermerkt habe. Meine nicht vorhandenen Erwartungen formen sich zu einem wunderbaren, luxuriösen Bild, als ich auf den Vorhof der Burgschmiede Namedy fahre. Der charmante Besitzer des Anwesens strahlt mich unter seinen weißen Haaren an und öffnet mir die Tore seiner käuflichen Begierde.

Heilige Hallen am Rhein - und alles kann man kaufen!

Heilige Hallen am Rhein - und alles kann man kaufen!

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, und beschließe schon nach kürzester Zeit, mich lieber auf die beiden Autos zu konzentrieren, wegen denen ich eigentlich hier her gedieselt bin. Trotzdem kann ich bei der kleinen Führung durch die Hallen nicht inne halten und muss hier und da ein Bild machen. „Nehmen Sie noch was Süßes, meine Frau hat die ganz frisch gebacken.“ Meine Nerven danken es, und keksknabbernd werde ich von einem Eldorado ins nächste geführt. Darf es der Lamborghini LM002 von Tina Turner sein, den sie komplett mit Technik von AMG hat ausstatten lassen? Oder ein Koenig Competition V12 Biturbo mit sagenhaften 1000 PS? Bitte, steigen Sie doch mal ein…

KOENIG Competition mit 1000PS

KOENIG Competition mit 1000PS

Es würde jeglichen Ramen sprengen, in einem Blog zu beschreiben, welche automobile Extravaganz, welche sagenhaften Unikate und wunderbaren Kraftpakete in den Hallen der Burgschmiede auf Käufer warten. Deshalb lasse ich es an dieser Stelle und verweise auf die kommenden Ausgaben der TRÄUME WAGEN, in denen man es beizeiten nachlesen können wird. Und ich mache Fotos. Große Fotos. Detailfotos. Viele viele Fotos!

Immer eine Hand am Drücker

Immer eine Hand am Drücker

Zurück zu den Artikeln, die ich schreiben will. Haben Sie schon einmal von der Edelmarke Stutz gehört? Sehr selten, sehr exklusiv, seht teuer. Die Basis für den handgearbeiteten Luxus ist ein Pontiac, das hört man, das spürt man – aber alles andere ist ein amerikanischer Palast der Lüste aus Holz, Chrom und Design.

Stutz Blackhawk von 1971

Stutz Blackhawk von 1971

Dieser Stutz Blackhawk ist so alt wie ich, so teuer wie mein Haus in Kiel und so sexy wie Elvis in der AfterShow-Party. Der hatte übrigens gleich drei von diesem Modell mit geteilter Frontscheibe, von dem nur 25 gebaut wurden. Und noch ein paar andere Promis. Die Liste ist illuster und aussagekräftig. Nach einem ausführlichen Rittt entlang der Rheinpromenade verlasse ich mild lächelnd diesen edlen Gaul. Schnitt. Nächster.

Stirling Moss? Sind Sie es?

Stirling Moss? Sind Sie es?

„Ziehen Sie sich Ihre Jacke an und setzen Sie lieber eine Mütze auf!“ Ach quatsch, die Sonne scheint so wunderbar frühlingshaft hier am Rhein und ich will ein einfaches, offenes Auto pur genießen. Auf das Chassis eines 1957er Mercedes-Benz SL hat vor langer Zeit mal ein ambitionierter Promi in mehrjähriger Handarbeit eine komplett 1:1 nachgebaute Alu-Karosse setzen lassen – und somit eine Replika der Mille Miglia Legende erschaffen, vom Original nicht zu unterscheiden. Herr Engel lässt sich nicht bitten, als der Motor auf Betriebstemperatur gekommen ist. Ich friere wie ein Schneider und kauere mich hinter dem kleinen Plexiglas-Scheibchen zusammen, damit nicht so viele Frühlingsinsekten an meinem Antlitz zerplatzen. Schamhaft greife ich nach der Mütze im Handschuhfach. Dieses Auto ist brutal. Mehr geht nicht. Weniger auch nicht. Ich fühle mich wie nach vielen wahnwitzigen Karussellfahrten auf dem Hamburger Dom, als ich aussteige. Sie werden es lesen. Aber nicht jetzt. Und nicht hier. Dafür haben wir ja die Magazine…

Morgen geht es weiter nach Dornbirn in Österreich, wo noch mindestens weitere vier Unikate und ein interessanter Besitzer auf mich warten. Bleiben Sie dabei. To be continued!

Horsepower gegen Powerhorse

Horsepower gegen Powerhorse

Gentlemen, satteln Sie Ihre Gäuler. Weil es 2011 so schön war, macht es die Trabrennbahn in Hamburg 2012 wieder. Am 22. April heißt es beim Autorenntag von 13 bis 18 Uhr „Horsepower2“. Besitzer von Young- und Oldtimern kommen, um ihre vierrädrigen Schätze zu präsentieren und sich auszutauschen, mit unter ihnen ist auch der Autofan und Scooter-Frontmann H.P. Baxxter! HYPER HYPER! Die Kombination aus strahlendem Chrom, spannenden Pferderennen und der einzigartigen Rennbahnatmosphäre verspricht ein außergewöhnliches Erlebnis für alle PS-Liebhaber.

Sensationelle Atmosphäre

Sensationelle Atmosphäre

Geblähte Nüstern, blitzende Auspuffe und spannende Pferdewetten ergeben eine tolle Mischung. Das zeigte sich schon beim „Autorenntag“ im vergangenen Jahr: Knapp 2.000 Besucher erlebten 100 noble Karossen. Nun sind Unternehmen, Automobil-Clubs und Besitzer wieder dazu aufgerufen, ihre automobilen Goldstücke zu präsentieren. „Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr wollen wir den Autorenntag als Treffen für Liebhaber von Young- und Oldtimern etablieren“, sagt Dr. Jan Kleeberg, der neue Geschäftsführer der Trabrennbahn. Viele Autoclubs haben bereits Interesse signalisiert.

TRÄUME WAGEN vor Ort!

Selbstverständlich ist auch das Team der TRÄUME WAGEN dabei. Sie finden uns auf der Trabrennbahn mit Magazinen und Infos Inklusive unserem Verlagspony, dem unübersehbaren Ford Mustang Sonderedition TRÄUME WAGEN in Grabber-Blue!

Ford Mustang Sonderedition TRÄUME WAGEN

Ford Mustang Sonderedition TRÄUME WAGEN

Im vergangenen Jahr wurden weitere amerikanische Muscle Cars wie ein ´64er Ford Mustang oder ein ´68er Dodge Charger präsentiert – aber auch klassische deutsche Autos wie ein ´81er Porsche 927 oder ein ´89er Mercedes Coupé gaben sich die Ehre. Mit dem ´81er Ferrari 308 GTS war sogar ein echter Filmstar mit dabei – dieses Modell hat schon US-Star Tom Selleck als TV-Detektiv Magnum gefahren. Während die Besitzer ihre Autos präsentierten, liefen bei den Trabrennen die Pferde mit bis zu 60 Stundenkilometern auf der 1.040 Meter langen Bahn.

Was trabt denn da?

Was trabt denn da?

Wer wird wohl in diesem Jahr sein chromfunkelndes Gefährt auf das Oval an der Luruper Chaussee lenken? Anmeldungen, idealerweise mit Bild des Autos, bitte an Malte Böhm, malte.boehm@dr-p.de. Wer mit einem Young- oder Oldtimer kommt, zahlt keinen Eintritt. Das Baujahr des Autos sollte nicht nach 1990 liegen, außerdem sollte das Gefährt ein echter Hingucker sein. Abgerundet wird die Veranstaltung durch ein Kinderprogramm mit Minitraberfahren und zahlreichen Mitmachaktionen rund um die Themen Auto und Pferd. Für Kinderbetreuung, wenn die Kleinen nicht sowieso lieber bei den Autos rumkrabbeln, ist gesorgt. Der Eintritt kostet fünf Euro, für Kinder zwei Euro.

Alles dabei, was man sehen will

Alles dabei, was man sehen will

Merken Sie sich diesen Sonntag schon einmal vor. Wir sehen uns dann da!

Weitere Informationen über die Trabrennbahn unter
www.trabhamburg.de
http://www.facebook.com/trabrennbahn.bahrenfeld

Okay, meine Herren. Wir haben es geschafft.

Pickup Abschleppwagen

Pickup Abschleppwagen

Wir haben uns durch die schlimmen Zwanziger mit Ausbildung oder Studium gerettet. Wir haben anschließend ein Haus gebaut, eine Frau geheiratet und sind im Leben angekommen. Wir fingen an, die Autos zu kaufen, die wir als Jugendliche haben wollten oder hatten. Hörten die Musik, die uns damals was bedeutet hat. Immer und immer wieder. Und heute? Heute können wir auch endlich wieder spielen und bauen, völlig legitimiert und mit unseren eigenen Händen. WIR wohlgemerkt, unsere Kinder kommen ohne Joystick ja gar nicht mehr klar. LEGO hat eine neue Serie von spektakulärem technischem Spielzeug auf den Markt gebracht, deren Produkte wir Ihnen hier regelmäßig vorstellen wollen. Denn die sind nicht für Ihre Kinder – die sind für SIE!

Nur für Männer

Nur für Männer

Na gut. Heute darf man ja nichts mehr auf den Markt werfen, was wirklich ausschließlich nur für das eine Geschlecht gedacht ist. Natürlich sind auch technik-affine Damen eingeladen, sich einmal an den bunten kleinen Steinen zu versuchen – oder die Packung ihrem Liebsten mal statt Socken oder einem neuen Schlipps zum Geburtstag oder zu Ostern zu schenken? Sie werden sich wundern, was das an treuen Hundeblicken bei Ihm auslösen wird.

LEGO TECHNIC

LEGO TECHNIC

Auch echte US-Car Fans kommen bei diesem Pickup voll auf ihre Kosten. Der LEGO Technic Pickup-Abschleppwagen ist durch seine funktionstüchtige Lenkung voll manövrierfähig – für spannende Reisen unterm Wohnzimmertisch durch bis ins Arbeitszimmer. Mit der hochklappbaren Abschleppvorrichtung am Heck schleppt er fast jedes Auto der Damenwelt ab. Ein Blick unter die Motorhaube offenbart den detailreichen Motor mit seinen beweglichen Kolben. Mit den nachrüstbaren LEGO Power Functions ist es sogar möglich, die schweren Lasten motorisiert anzuheben. Durch die am Auto befestigte Seilwinde kann sie der Pickup aus jeder Notlage selbst befreien, McGuyver hätte so etwas gut gebrauchen können. Im Set befinden sich 954 Teile, die es zu verbauen gilt. Lust aus Umbauten und Kreativität? Der LEGO Technic Pickup-Abschleppwagen kann in einen Laster mit Hebebühne verwandelt werden.

Pickup Packung

Pickup Packung

Die unverbindliche Preisempfehlung für den LEGO Technic Pickup-Abschleppwagen liegt bei erschwinglichen 60 Euro. Wer noch mehr tolle Modelle finden will, wird auf www.LEGOmen.de sicher fündig. Und natürlich auch weiterhin hier bei uns!

Ihr TRÄUME WAGEN Bastelteam

 

Die AC Cobra von Carroll Shelby ist eine der größten automobilen Legenden. In dieser Liga der auch als Straßenversion erhältlichen Rennwagen rangieren der Ferrari 250 GTO, die ersten Porsche 911 RS und natürlich die Mercedes 300 SL. Diese Fahrzeuge waren von Anbeginn an seltene, teure Exoten. Die wenigen Originale müssen aufgrund ihrer immens hohen Begehrlichkeit die unterschiedlichsten Nachbauten neben sich erdulden.

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Die GFK-Karosse der 427er Cobra-Replik ist ohne Risse oder andere Beschädigungen. Der Lack zeigt teilweise schon Patina und soll im Winter einer Folierung weichen. Farbwahl ist noch unklar, das jetzige Dunkelblau mit den weißen Racing-Streifen steht ihr noch sehr gut.

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Der Besitzer gut gelaunt an seinem Arbeitsplatz. Die sonore Auspuffanlage kommt auch neu, aber eher nicht als fette Sidepipes.

Das Thema Replika wird aus der hohen Sicht des originalitäts-verliebten Automobil-Adels als lästige Nebenbuhlerei betrachtet. Allenfalls die Verwendung möglichst vieler Original-Teile wie zuerst ein originales Chassis oder die matching numbers Antriebs-Einheit, ganz oder in Teilen, machen eine perfekte Replik zu einem akzeptablen Fahrzeug auf maximal Clubebene. Für einen hoch angesehenen Concours Wettbewerb jedoch sollte man mit einer Replik in der Regel lieber den allgemeinen Besucher-Parkplatz ansteuern. Soweit zur Welt der in anderen Kreisen als Orgi-Spießer mißachteten Besserblechner. Wir stellten uns dem Angebot, eine AC Cobra Replik zu fotografieren, aber grundsätzlich positiv gegenüber. Erstmal gucken, was der kompromisslose “Ich-bin-auch-eine-Cobra”- Roadster so kann in Sachen Optik und Technik, wie er klingt, fährt, macht und tut.

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Der bekannte Sticker an der Frontscheibe zeigt uns schon eindeutig, was hier von pingeligen Abgasnormen gehalten wird...

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Das Interieur der Cobra ist mit Liebe zum Detail gemacht. Perfekte Ledersitze, straffe Hosenträgergurte und feines Velours.

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Das Drei-Speichen-Motolita-Lenkrad mit Cobra-Emblem liegt bestens in den Händen, die Instrumente sind schön & übersichtlich.

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Schöne 17 Zöller mit Kumho-Bereifung füllen die Radhäuser gut aus. Der Zentralverschluss ist optischer Gimmick auf den 5-Loch-Felgen.

Obwohl in den frühen 1990er-Jahren mit den AC Mark IV-Nachbauten aus England ein Hoffnungsschimmer am Firmament aufzog, waren die Fahrzeuge aufgrund ihrer hohen Qualität sehr teuer, ähnlich denen von Meister Shelby selbst seit 1995 in Las Vegas gebauten Brachialrennern. Was also tun, wenn man nur ein schmales Budget zur Verfügung hat? Man kauft sich eine Replik mit besten Zutaten, kann etwas schrauben und genießt einfach die Ausfahrten und Blicke des ahnungslosen Volkes. Unsere in klassisch Dunkelblau mit zwei folierten Rennstreifen gehaltene Schlange machte jedenfalls großen Spaß bei schönem Wetter. Gebaut wurde die respektable Replik 1973 auf einem 64er Ford-Rahmen unbekannter Herkunft. 2008 wurde sie von Pilgrim Sumo mit 350 cui Corvette V8 neu aufgebaut und erhielt ein Gutachten mit der Note 2.

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Innen Vollleder in Schwarz, Motolita-Lenkrad, VDO-Instrumente und Hosenträgergurte. Außen die ultraleichte GFK-Haut auf den jetzt feuerverzinkten Rahmen gesetzt, Spax-Fahrwerk mit 17-Zöllern und zwei kräftige Chrombügel montiert. Das ausgelutschte Supersprint Tremec T5 Getriebe wird bald getauscht, ebenso wie die allerdings sehr satt klingende X-Pipe-Edelstahl-Auspuffanlage. Der Wagen soll auch noch neu foliert werden.

Diese „Rolling Restauration“ hat mächtig Dampf entfaltet und klingt einfach fantastisch. Wir sind gespannt auf die Fortschritte und danken für eine begeisternde Begegnung mit einem gefühlten Klassiker.

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Aufgeräumter Motorraum mit C4 Maschine. Der Edelbrock Luftfilter mit Gitternetzabdeckung bringt etwas Flair in die Hütte.

am102010_6085_ac_cobra_12Cobra ist ein Name, der die Herzen aller Sportwagenfans höher schlagen lässt. Speziell die 427 Cobra wurde über Nacht zur Legende und stellte neue Rekorde auf. Das Buch erzählt anhand des äußerst kompetenten Textes die komplette Geschichte der Cobras und ihrer illustren Besitzer und zeigt dazu zig hochwertige Fotos.

Cobra: Der legendäre Sportwagen

Autor: Trevor Legate
Verlag: Delius Klasing-Verlag
Bibliographie: 288 Seiten, 158 Farb- und 148 s/w-Fotos, 13 farbige Illustrationen
Format: 29 x 29 cm
ISBN 978-3-7688-1995-4
Preis: € 68,-
Bilder: Christian Böhner